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3,0 Prozent mehr Gehalt ab Juli

Foto: Kay Herschelmann

In diesen herausfordernden Zeiten verschafft das den Beschäftigten in den öffentlichen Banken etwas Luft: Am 01. Juli 2022 tritt die erste Stufe des Tarifabschlusses von 3,0 Prozent in Kraft.

Mit Blick auf die anhaltend hohe Inflation können und wollen wir leider nicht von Gehaltssteigerung sprechen. Zusammen mit den anderen Stufen und Einmalzahlungen trägt das Gesamtpaket aber zur spürbaren Entlastung bei.

Das war und ist nur möglich, weil wir gemeinsam mit viel Engagement und Durchhaltevermögen einen Abschluss erkämpft haben. Denn zur Erinnerung: In neun langen Monaten haben wir nach harten und intensiven Verhandlungen, begleitet durch zahlreiche Streiks und Aktionen, ein wertschätzendes Gesamtpaket durchgesetzt.

Und es geht weiter: Aktuell sind wir in Gesprächen über eine neue Entgeltstruktur und eine erweiterte Gehaltstabelle sowie zu mobilen Endgeräten für Nachwuchskräfte. Hierzu halten wir Sie natürlich auf dem Laufenden.

Damit wird das Verhandlungsergebnis nun umgesetzt:

  • Gehaltserhöhung in zwei Schritten: 3,0 Prozent zum 1. Juli 2022, weitere 2,0 Prozent zum 1. Juli 2023
  • Einmalzahlung von insgesamt 1.050 Euro unter Anrechnung der größtenteils als Coronaprämie bereits gewährten 750 Euro Einmalzahlung, dazu eine weitere Zahlung von 300 Euro
  • Anspruch auf bis zu 40 Prozent mobile Arbeit
  • Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit um eine Stunde bei vollem Lohnausgleich ab dem 1. Januar 2024 auf 38 Stunden. Das entspricht einer linearen Erhöhung von 2,56 Prozent. Die reduzierte Zeit soll auch in ganzen Tagen genommen werden können.
  • Laufzeit bis 31. Mai 2024
  • Die tarifvertraglichen Freistellungsgrundlagen in § 16 Abs. 3 (z. B. bei Geburt eines Kindes) wurden erweitert. Die dort geregelten Ansprüche sind künftig nicht mehr an den rechtlichen Status der Ehe gebunden, sondern können für alle Partnerschaftsformen in Anspruch genommen werden.
  • Wir haben probeweise vereinbart, dass Beschäftigte freiwillig bis 21 Uhr arbeiten können (in diesem Fall entfallen die Nachtarbeitszuschläge) – befristet für die kommenden eineinhalb Jahre. In der Zeit von 20 bis 21 Uhr dürfen aber keine Kundentermine stattfinden.
  • Erstmals wurde auch die Möglichkeit zur Umwandlung von Entgeltbestandteilen zum Zwecke der nachhaltigen Mobilität tarifvertraglich geregelt. Das schließt das sogenannte Fahrradleasing mit ein. Die Arbeitgeberseite soll dazu in den Unternehmen einen entsprechenden Zuschuss vereinbaren.

Das Gesamtpaket ist sehr respektabel. Beim Gehalt war schlicht nicht mehr machbar, auch wenn das gerade jetzt gut und wichtig gewesen wäre.

Gabriele Spahl, Bayerische Landesbank, Mitglied der ver.di-Verhandlungskommission

Hier gibt es diese Tarifinfo als praktisches PDF zum Herunterladen.

Gehaltstabelle öffentliche Banken

Hier finden Sie die Gehaltstabelle für die kommenden beiden Jahre, aus der Sie Ihre Entgelte ablesen können.

Die Gehaltstabelle öffentliche Banken gibt es hier auch als praktisches PDF zum Herunterladen.

Magazin für die Beschäftigten der öffentlich-rechtlichen Banken, Ausgabe Mai 2022

Foto: ver.di

Diesmal mit Artikeln zu folgenden Themen:

  • Tarifrunde 2021/2022: Ein Rückblick
    von Lukas Krüger, Landesbank Baden-Württemberg
  • Corona Sonderzahlung: Ein heterogenes Bild
    von Gabriele Spahl, BayernLB Nürnberg
  • Die Zeiten ändern sich – Streik in der NRW.BANK
    von Thomas Kiefer, NRW.BANK Düsseldorf
  • Krieg in der Ukraine: Anteilnahme und Streik – geht!
    von Stefan Wittmann, ver.di
  • Aufsichtsratswahlen im BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G.: Das ist die ver.di Liste
    von Gabriele Spahl, BayernLB Nürnberg und Bettina Kies-Hartmann, Landesbank Baden-Württemberg Stuttgart

Hier steht das Magazin zum Download zur Verfügung.

Große Zustimmung zum Tarifergebnis

Foto: Kay Herschelmann

83,5 Prozent der ver.di-Mitglieder bei den öffentlichen Banken stimmen für eine Annahme des Tarifergebnisses.

In den vergangenen beiden Wochen hatten die ver.di-Mitglieder der öffentlichen Banken die Möglichkeit, über das Verhandlungsergebnis abzustimmen. Denn bei ver.di gilt: wir engagieren uns gemeinsam und wir entscheiden gemeinsam.

Jetzt steht das Ergebnis fest: 83,5 Prozent der Mitglieder stimmten für die Annahme des Verhandlungsergebnisses. Damit können die neuen Tarifverträge unterzeichnet werden.

Damit wird das Verhandlungsergebnis nun umgesetzt:

  • Gehaltserhöhung in zwei Schritten: 3,0 Prozent zum 1. Juli 2022, weitere 2,0 Prozent zum 1. Juli 2023
  • Einmalzahlung von insgesamt 1.050 Euro unter Anrechnung der größtenteils als Coronaprämie bereits gewährten 750 Euro Einmalzahlung, dazu eine weitere Zahlung von 300 Euro
  • Anspruch auf bis zu 40 Prozent mobile Arbeit
  • Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit um eine Stunde bei vollem Lohnausgleich ab dem 1. Januar 2024 auf 38 Stunden. Das entspricht einer linearen Erhöhung von 2,56 Prozent. Die reduzierte Zeit soll auch in ganzen Tagen genommen werden können.
  • Laufzeit bis 31. Mai 2024
  • Die tarifvertraglichen Freistellungsgrundlagen in § 16 Abs. 3 (z. B. bei Geburt eines Kindes) wurden erweitert. Die dort geregelten Ansprüche sind künftig nicht mehr an den rechtlichen Status der Ehe gebunden, sondern können für alle Partnerschaftsformen in Anspruch genommen werden.
  • Wir haben probeweise vereinbart, dass Beschäftigte freiwillig bis 21 Uhr arbeiten können (in diesem Fall entfallen die Nachtarbeitszuschläge) – befristet für die kommenden eineinhalb Jahre. In der Zeit von 20 bis 21 Uhr dürfen aber keine Kundentermine stattfinden.
  • Erstmals wurde auch die Möglichkeit zur Umwandlung von Entgeltbestandteilen zum Zwecke der nachhaltigen Mobilität tarifvertraglich geregelt. Das schließt das sogenannte Fahrradleasing mit ein. Die Arbeitgeberseite soll dazu in den Unternehmen einen entsprechenden Zuschuss vereinbaren.

Die große Zustimmung zeigt, dass das Verhandlungsergebnis zurecht auf große Akzeptanz stößt. Die vereinbarten Gehaltssteigerungen schaffen in diesen Zeiten eine wichtige finanzielle Entlastung. Hinzu kommen wichtige Regelungen zum mobilen Arbeiten, zur Freistellung und zur Arbeitszeitverkürzung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist ein Erfolg, an dem viele aktive ver.di-Mitglieder einen Anteil haben.

Jan Duscheck, ver.di-Verhandlungsführer öffentliche Banken

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Gehaltstabelle öffentliche Banken

Hier finden Sie die Gehaltstabelle für die kommenden beiden Jahre, aus der Sie Ihre Entgelte ablesen können.

Die Gehaltstabelle öffentliche Banken gibt es hier auch als praktisches PDF zum Herunterladen.

Abschluss in der sechsten Runde

Foto: Kay Herschelmann

Am 31. März 2022 ist es endlich gelungen: Nach sechs Verhandlungsrunden für die Beschäftigten der öffentlich-rechtlichen Banken haben wir in unsicheren Zeiten einen angemessenen Tarifabschluss ausgehandelt!

In den vielen Streikaktionen der letzten Wochen hatten die Beschäftigten deutlich klargemacht, was sie vom bisherigen Angebot der Arbeitgeberseite halten.

Die ver.di-Tarifkommission und auch der Arbeitgeberverband VÖB waren am 31. März angetreten, um endlich einen Abschluss zu erzielen. In der fünften Tarifrunde hatten die Arbeitgeber noch ein unzureichendes Angebot vorgelegt. Dieses sah nur eine lineare Erhöhung des Gehalts vor. Wir haben nun in der sechsten Verhandlungsrunde mit Nachdruck gefordert, dass es sowohl 2022 als auch 2023 eine Erhöhung geben muss. Und mit dem Rückenwind der vielen Streikaktionen konnten wir dazu nun eine Einigung erzielen!

Das Verhandlungsergebnis im Überblick:

  • Gehaltserhöhung in zwei Schritten: 3,0 Prozent zum 1. Juli 2022, weitere 2,0 Prozent zum 1. Juli 2023
  • Einmalzahlung von insgesamt 1.050 Euro unter Anrechnung der größtenteils als Coronaprämie bereits gewährten 750 Euro Einmalzahlung, dazu eine weitere Zahlung von 300 Euro
  • Anspruch auf bis zu 40 Prozent mobile Arbeit
  • Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit um eine Stunde bei vollem Lohnausgleich
  • ab dem 1. Januar 2024 auf 38 Stunden (das entspricht einer linearen Erhöhung von 2,56 Prozent); diese soll auch in ganzen Tagen genommen werden können.
  • Laufzeit bis 31. Mai 2024

Die zwei prozentualen Steigerungen, die Einmalzahlung und die Verkürzung der Wochenarbeitszeit bilden ein respektables Gesamtpaket.

Christiane Kutil-Bleibaum, Mitglied der Verhandlungskommission, Helaba Düsseldorf

Modernisierungen erfolgreich durchgesetzt

Die tarifvertraglichen Freistellungsgrundlagen in § 16 Abs. 3 (z. B. bei Geburt eines Kindes) wurden erweitert. Die dort geregelten Ansprüche sind künftig nicht mehr an den rechtlichen Status der Ehe gebunden, sondern können für alle Partnerschaftsformen in Anspruch genommen werden.

Wichtig war uns außerdem, die Verschiebung der Nachtarbeitszeit auf 22 Uhr abzuwehren. Hier haben wir nun vereinbart, dass Beschäftigte freiwillig bis 21 Uhr arbeiten können – befristet für die kommenden eineinhalb Jahre. In der Zeit von 20 bis 21 Uhr dürfen aber keine Kundentermine stattfinden.

Weiterhin haben wir die Ausweitung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen verhindert.

Erstmals wurde auch die Möglichkeit zur Umwandlung von Entgeltbestandteilen zum Zwecke der nachhaltigen Mobilität tarifvertraglich geregelt. Das schließt das sogenannte Fahrradleasing mit ein. Die Arbeitgeberseite soll dazu in den Unternehmen einen entsprechenden Zuschuss vereinbaren.

Unser gutes Ergebnis wird noch wertvoller angesichts des sich ständig verändernden wirtschaftlichen und politischen Umfelds während der gesamten Tarifrunde.

Markus Geis, Mitglied der Verhandlungskommission, Nassauische Sparkasse

Bereits im Sommer des letzten Jahres konnten wir zudem einen Tarifvertrag für die Nachwuchskräfte der öffentlichen Banken abschließen. Hier erhöhen sich die Ausbildungsvergütungen in zwei Stufen um insgesamt 110 Euro. Außerdem gibt es eine Regelung für eine verbindliche Übernahme.

Ohne den Druck auf der Straße wäre dieser Abschluss nicht möglich gewesen!

Die ersten eigenständigen Verhandlungen mit dem VÖB waren langwierig und bisweilen schwierig. Im neunmonatigen Verlauf gab es mehrere Aktions- und Streikwellen.

Ursprünglich, zum Beginn der Tarifrunde, wollte uns der Arbeitgeberverband gar kein Gehaltsangebot machen, wenn wir nicht vorher einer neuen Entgeltstruktur zugestimmt hätten – inklusive der Abschaffung der Berufsjahre. Und als wir endlich ein Angebot bekamen, beinhaltete es nur eine lineare Stufe, eine kleine Einmalzahlung und zwei einmalig freie Tage.

Engagierte Gewerkschafter*innen erreichen vorzeigbare Ergebnisse. Das aktuelle Tarifergebnis ist der eindrückliche Beleg dafür!

Gabriele Spahl, Mitglied der Verhandlungskommission, BayernLB Nürnberg

Warum sich der VÖB am Ende so fundamental bewegt hat? Weil die Beschäftigten mit einer nie da gewesenen Streikbeteiligung in den letzten Monaten klargemacht haben, wie wichtig ihnen ihr Tarifvertrag ist und dass sie ein wertschätzendes Angebot verdienen.

Wir haben mit dieser Tarifrunde bewiesen, was engagierte Gewerkschafter*innen gemeinsam bewirken können!

Diese Tarifinfo gibt es hier auch als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen

Gehaltstabelle öffentliche Banken

Hier finden Sie die Gehaltstabelle für die kommenden beiden Jahre, aus der Sie Ihre Entgelte ablesen können.

Die Gehaltstabelle öffentliche Banken gibt es hier auch als praktisches PDF zum Herunterladen.

Nach sechs Verhandlungsrunden: ver.di erzielt ordentlichen Tarifabschluss mit den öffentlichen Banken

Foto: Kay Herschelmann

Nach neunmonatigen Verhandlungen hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für die Beschäftigten der öffentlichen Banken in der sechsten Verhandlungsrunde am Abend des 31. März 2022 einen Tarifabschluss erzielt.

„Das Ergebnis ist ordentlich und hart erkämpft und kann sich vor dem Hintergrund der Pandemie und der schwierigen Lage in Europa, verursacht durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, mehr als sehen lassen!“

Christoph Schmitz, für das Bankenwesen verantwortliches Mitglied im ver.di-Bundesvorstand

Der Abschluss zwischen der ver.di und dem Verband der öffentlichen Banken (VÖB) sieht zusätzlich zu der bereits im März gewährten Einmalzahlung von 750 Euro eine weitere Einmalzahlung von 300 Euro im April vor, 3,0 Prozent Gehaltserhöhung ab 1. Juli 2022 und weitere 2,0 Prozent zum 1. Juli 2023. Darüber hinaus wird die Arbeitszeit ab Januar 2024 wöchentlich um eine Stunde auf 38 Stunden verkürzt. Zudem erhalten die Beschäftigten einen tariflichen Anspruch, bis zu 40 Prozent ihrer Arbeitszeit mobil arbeiten zu können. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 35 Monate, bis zum 31. Mai 2024.

„Dieses Ergebnis ist nach sehr harten und langwierigen Verhandlungen erzielt worden und dazu hat sicherlich der Druck durch die vielen Streiks, in die die Beschäftigten zuvor getreten waren, beigetragen. Auch deshalb hat sich die Arbeitgeberseite am Ende auf uns zubewegt.“

ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck nach der Verhandlungsrunde

ver.di war mit der Forderung nach einer Erhöhung der Gehälter um 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einer sozialen Komponente von 150 Euro sowie einem Wahlrecht zwischen Gehalt und Freizeit und einer Regelung zur mobilen Arbeit in die Tarifverhandlungen gegangen.

300 streiken in Hannover

Über 300 Streikteilnehmer in Hannover. Temperaturen im einstelligen Bereich, graue Himmel und sogar einzelne Schneeflocken wurden gesichtet. Das alles konnte die Teilnehmer nicht abhalten vor den anstehenden Verhandlungsrunden, den Druck auf die Arbeitgeber heute nochmal zu erhöht.

Nach einer ersten Kundgebung auf dem Georgsplatz sind die Streikenden in einem Demonstrationszug durch Hannovers Innenstand vorbei an der Nord LB, der VGH und der Commerzbank gezogen. Dabei haben Sie Ihren Forderungen immer wieder lautstark Nachdruck verliehen. Durchgefroren aber mit guter Laune haben wir dann den Goseriedeplatz vor den ver.di Höfen erreicht. Dort gab es dann die Abschlusskundgebung aber auch Bratwurst und Heißgetränken zum durchwärmen.

500 streiken in Hamburg

Foto: Georg Wendt/ver.di

Trotz Hamburger Schietwedder haben 500 Kolleginnen und Kollegen auf der Straße deutlich gemacht, was sie von den Schiet-Angeboten der Arbeitgeber halten!

Insgesamt waren Beschäftigte aus 3 Tarifbereichen (öffentliche Banken, private Banken und Versicherungen) zum Warnstreik aufgerufen, die sich in der gleichen Situation befinden: kein anständiges Gehaltsangebot, keine Wertschätzung und keine Weiterentwicklung der Tarifverträge in Richtung mobile Arbeit oder Entlastung.

Durch die zusätzlich hohe Beteiligung von Beschäftigten im Homeoffice, kam es unter anderem zu geschlossen Filialen, eingeschränktem Service im Front- und Backoffice und auch die Versorgung der Haspa Geldautomaten konnte bisher nur durch Gegenmaßnahmen aufrecht erhalten bleiben.

Wir erwarten, dass der Arbeitgeberverband öffentliche Banken, in der nun heutigen 6. Verhandlungsrunde, ein angemessenes Angebot vorlegt, dass der Arbeit der Beschäftigten Rechnung trägt!

Wir erwarten, dass der Arbeitgeberverband der Versicherungen, in der morgigen 3. Verhandlungsrunde am 1.4., ernsthafte Verhandlungen mit ver.di führt und ihre Beschäftigten nicht, in diesen unruhigen Zeiten von Inflation und Ukraine-Krieg, weitere Monate lang hängen lässt.

Wir erwarten, dass der Arbeitgeberverband der privaten Banken, endlich wieder an den Verhandlungstisch zurückkommt und Verantwortung für ihre Beschäftigten übernimmt!

Wenn nicht, die Hamburger sind Schietwedder gewohnt!

6. Verhandlungsrunde öffentliche Banken

Foto: Kay Herschelmann

Zur Unterstützung der Tarifkommission für die Tarifrunde der öffentlichen Banken in Frankfurt am Main gab es heute eine Streikaktion vor dem Verhandlungshotel. Die Tarifkommission hat sich heute Vormittag zur Vorberatung zusammengefunden.

Um 11:00 Uhr gings los! Sobald es etwas zu berichten gibt, melden wir uns! Bis dahin wünschen wir der Tarifkommission Kraft und Durchhaltevermögen für die Verhandlungen!

ver.di erhöht Druck auf Arbeitgeber

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erhöht vor dem sechsten Verhandlungstermin (am 31. März 2022) den Druck auf die Arbeitgeber der öffentlichen Banken (VÖB).

„Wir stehen jetzt bereits vor der sechsten Verhandlungsrunde und die Arbeitgeberseite zeigt alles andere als Kompromissbereitschaft. Es ist beschämend, dass der VÖB in den letzten Tagen versucht hat sein bisheriges, für uns inakzeptables Angebot, öffentlich schönzurechnen. Deshalb fanden in den letzten Tagen mehrtägige Streiks statt. Streikschwerpunkte waren zuletzt das Saarland und Hamburg. Denn wir wollen, dass jetzt endlich Bewegung in die Sache kommt“, so ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck.

„Die Arbeitgeberseite möchte unter den Tisch fallen lassen, dass die Tarifrunde bereits im Sommer letzten Jahres begonnen hat. Die Vorstellungen des VÖB, dass es nach 16 Nullmonaten erst im Herbst 2022 eine erste Gehaltserhöhung geben soll und im gesamten Jahr 2023 überhaupt gar nichts, ist aufgrund der aktuellen Inflationswerte völlig aus der Zeit gefallen“, so Duscheck.

Mit Blick auf die sechste Verhandlungsrunde am kommenden Donnerstag macht die Gewerkschaft ihre klare Erwartungshaltung deutlich: „Wir erwarten, dass es jetzt nach neun Monaten und in der sechsten Verhandlungsrunde endlich eine Bereitschaft gibt, sich auf faire Verhandlungen einzulassen“, sagte Duscheck.

Der VÖB hatte in der fünften Runde drei Prozent Gehaltserhöhung bei einer Laufzeit von 36 Monaten angeboten. Dass hatte ver.di abgelehnt. „Aufgrund der momentanen Inflationsentwicklung, vor allem bei alltäglichen Ausgabeposten wie Nahrungsmitteln und Energiepreisen, liegt der Fokus natürlich auf dem Thema Gehalt. Dass die Arbeitgeberseite den Beschäftigten jetzt vorwirft, sie würden jetzt nur einseitig auf die Inflation schauen, ist abgehoben und zeigt, wie weit die Bankmanager und ihr Arbeitgeberverband sich mittlerweile von den Beschäftigten entfernt haben“, sagte der Gewerkschafter.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) war mit der Forderung nach einer Erhöhung der Gehälter um 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einer sozialen Komponente von 150 Euro sowie einem Wahlrecht zwischen Gehalt und Freizeit und einer Regelung zur mobilen Arbeit in die Tarifverhandlungen gegangen. Die Gewerkschaft fordert, dass die Beschäftigten einen Anspruch darauf haben sollen, bis zu 60 Prozent ihrer Arbeitszeit mobil zu arbeiten.

Mehrtägige Warnstreiks in den Hamburger Finanzinstituten

In dieser Woche sind Beschäftigte des privaten Bankgewerbes und der öffentlichen Banken aufgerufen, in mehrtägige Warnstreiks zu treten. Bei den öffentlichen Banken ruft ver.di die Beschäftigten der Hamburger Sparkasse vom 29. März – 31. März  auf, zu streiken. Im privaten Bankgewerbe treten die Beschäftigten der Commerzbank und Deutsche Bank vom 30. März – 01. April und der UniCredit am 31. März und am 01. April in Warnstreik.

Alexandra Luerssen, Gewerkschaftssekretärin ver.di Hamburg„Seit Monaten  warten die Beschäftigten in den Banken auf einen Tarifabschluss. Beide Arbeitgeberverbände haben bisher viel zu wenig angeboten. Eine Annahme der derzeitigen Angebote würde für die Beschäftigten massive Reallohnverluste bedeuten. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber Verantwortung übernehmen und für ihre Beschäftigten, in dieser extrem unsicheren Zeit, da sind.“

Bei den öffentlichen Banken findet am 31. März die bereits 6. Verhandlungsrunde statt. Bei den privaten Banken gibt es es bisher keinen weiteren Verhandlungstermin.  

Alexandra Luerssen weiter: „In den privaten Banken müssen wir mittlerweile mit unseren Mitgliedern ernsthaft darüber sprechen, ob wir unseren Flächentarifvertrag halten können. Und auch unseren Manteltarifvertrag sehen wir in der Folge als gefährdet an. Jetzt müssen wir alles dafür tun, die Arbeitgeber zurück an den Verhandlungstisch zu bewegen.“

Hintergrund sind die seit Monaten parallel laufenden Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband private Banken und dem Verband der öffentlichen Banken. Beide Arbeitgeberverbände (AGV und VÖB) legten in ihren letzten Verhandlungsrunden zu geringe Angebote vor.

Aufgrund der monatelang herrschenden Funkstille zwischen ver.di und dem AGV (private Banken) legte ver.di als Kompromissvorschlag ein gekürztes Angebot vor, das eine Corona Prämie von 1500 € (600 € für Nachwuchskräfte) vorsah, eine Erhöhung der Entgelte von 3,5% rückwirkend zum 1.1.2022 und 2,5 %  zum 1.1.2023. Laufzeit: 24 Monate. Der Arbeitgeberverband hielt an seinem letzten Angebot fest, das neun Nullmonate, 1,2 Prozent ab April 2022, 1,0 Prozent ab April 2023 und 1,0 Prozent ab April 2024 vorsah. Außerdem brach er daraufhin die Verhandlung ab.

Das letzte Angebot des VÖB (öffentliche Banken) sah 3 % ab dem 1.11.2022 bei einer Laufzeit von 36 Monaten vor, sowie 750 € Corona Prämie, einmalig zwei zusätzliche freie Tage in 2023 und die Senkung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 38 Stunden ab 2024. Die Erhöhungen der Entgelte lägen damit pro Jahr bei knapp 1 %, errechnete die Dienstleistungsgewerkschaft. ver.di forderte 4,5% für 12 Monate (min. 150€) und Regelungen u.a. zu mobilem Arbeiten und Entlastungen.

Am 29. und 30. März  2022 wird es virtuelle Streikversammlungen geben und am 31. März  gemeinsam mit den Hamburger Versicherungen eine Demo (Route vom Besenbinderhof ab 09:30 Uhr  zum Großneumarkt/ca. 10:30 Uhr) mit Abschlusskundgebung.