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FAQ zum Verhandlungsergebnis

Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Tarifabschluss

Nach einem Ergebnis bei Tarifverhandlungen bleiben immer viele Fragen zu den Details. Um euch möglichst übersichtlich alle Antworten auf die wichtigsten Fragen zu geben, haben wir hier ein FAQ zusammengestellt.

Hier gibt es die neue Gehaltstabelle als PDF zum Herunterladen.

Kündigungsschutz

Für wen gilt der Kündigungsschutz

Der vereinbarte Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gilt für alle Tarifbeschäftigten u. a. folgender Unternehmen:

  • Betriebscenter für Banken (BCB)
  • Deutsche Bank AG (ehem. Postbank AG)
  • PB Direkt GmbH
  • PB Factoring GmbH
  • Postbank Filialvertrieb AG
  • PCC Services GmbH

Die Regelung gilt für weitere Unternehmen, die hier nicht aufgeführt sind. Der Kündigungsschutz gilt nicht für sog. AT-Beschäftigte (außertariflich Beschäftigte) Darüber hinaus gilt für Beschäftigte der ehem. Postbank in den Bereichen Unternehmensbank und Infrastruktur, die in die Deutschen Bank AG eingegliedert wurden, eine einseitige Zusage der Deutschen Bank, auf Kündigungen zu verzichten.

Entgelterhöhungen

Wie wird diese umgesetzt?

Die Gehälter werden am 1. Juni 2024 um 7,0 Prozent erhöht. Sollte diese Anhebung geringer als 270 Euro sein, erfolgt eine Erhöhung um 270 Euro. Am 1. Juli 2025 erfolgt eine weitere Erhöhung um 4,5 Prozent.

Wird es eine weitere Inflationsausgleichsprämie geben?

Im Rahmen der Entgelttarifverhandlungen war die Deutsche Bank nicht bereit, eine Inflationsausgleichsprämie zu zahlen – nicht in Höhe der verbliebenen 750 Euro und auch nicht weniger. Wir haben lange zu diesem Thema gerungen, aber zuletzt die Forderung zugunsten der Gehaltserhöhungen geräumt.

Wie lange gelten die Tariferhöhungen?

Der neue Gehaltstarifvertrag wird eine Laufzeit bis zum 31. März 2026 haben. Ab dem 01. April 2026 können die Gehälter dann neu verhandelt werden.

Was ist aus der Forderung zur Angleichung der Gehälter der PB Direkt an die der Postbank-Gehälter geworden?

Diese Forderung haben wir zugunsten einer Mindesterhöhung im Laufe der Verhandlungen geräumt. Von der Mindesterhöhung von 270 Euro profitieren insbesondere Beschäftigte mit niedrigeren Einkommen. Daher konnten wir damit die Einkommensschere verringern.

Arbeitzeit: Teilzeit

Wie kann ich meine Arbeitszeit verkürzen?

Zukünftig gibt es die Möglichkeit, die Arbeitszeit befristet zu verkürzen. Bei der ersten Beantragung kann die Arbeitszeitverkürzung für mindestens ein und maximal drei Jahre beantragt werden. Daran anschließend kann die weitere Beantragung für jeweils ein Jahr erfolgen. Es gibt keine Begrenzung, wie häufig ein solcher Antrag gestellt werden kann. Im Anschluss an die Verkürzung besteht ein Anspruch auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz mit der ursprünglichen Arbeitszeit. Jedoch gibt es keinen Anspruch auf den exakten ursprünglichen Arbeitsplatz.

Arbeitszeit: Umwandlung Geld in Urlaub

Wieviel Entgelt kann ich in Urlaub umwandeln?

Im neuen Modell wird es eine Wahl mit vier Stufen geben:

  • eine Woche:   2,08 Prozent Verringerung der Arbeitszeit
  • zwei Wochen: 4,16 Prozent Verringerung der Arbeitszeit
  • drei Wochen: 6,24 Prozent Verringerung der Arbeitszeit
  • vier Wochen: 8,32 Prozent Verringerung der Arbeitszeit

Bei der Wahl von einer Woche mehr Urlaub beträgt das Entgelt also 97,92 Prozent der normalen Gehaltstabelle.

Habe ich dann den Status Teilzeitbeschäftigte/r?

Ja, Beschäftigte, die dieses Modell wählen, haben dann einen Teilzeitstatus in Höhe der gewählten Urlaubswochen. Jedoch werden die Beschäftigten in Bezug auf den normalen Urlaub, auf die vermögenswirksamen Leistungen und auf etwaige Nachteile in der betrieblichen Altersversorgung den Vollzeitbeschäftigten gleichgestellt.

Was geschieht mit meiner bisherigen Vereinbarung?

Die bisherigen Umwandlungsvereinbarungen enden alle zum 31. Dezember 2024. Für den Zeitraum danach (ab dem 01. Januar 2025) können alle Beschäftigten eine Wahl nach dem neuen Modell treffen (eine, zwei, drei oder vier Wochen).

Bis wann muss ich mich entscheiden?

Die Beantragung muss immer bis spätestens 30. Juni des vorherigen Jahres getroffen werden (z. B. 30. Juni 2025 für 2026). Sollten Änderungen gewünscht werden, müssen diese jeweils bis 30. Juni gemeldet werden, sonst bleibt der letzte Stand bestehen. Für das Jahr 2025 gilt ausnahmsweise eine Frist bis 31. August 2024.

Arbeitszeit: Urlaubsübertragung

Kann ich zukünftig keinen Urlaub mehr übertragen?

Ab dem 01. Januar 2026 müssen alle Urlaubstage im vorgesehenen Kalenderjahr genommen werden. Diese Initiative kam von der Arbeitgeberseite. Ausnahmen bilden die gesetzlichen Ausnahmen wie betriebliche oder gesundheitliche Gründe.

Für die Übertragung des Urlaubsjahres 2024 über den 01. Januar 2025 hinweg gibt es eine Ausnahme: Es können vier Tage übertragen werden (unabhängig von Beschäftigungsgrad und Verteilung der Arbeitszeit auf die Woche). Bereits genehmigte Urlaube bleiben von der Neuregelung unberührt.

Arbeitszeit: Mobile Arbeit / work from home

Gibt es eine neue Regelung zur mobilen Arbeit bzw. work from home?

In den Tarifverhandlungen haben wir versucht, die Regelungen aus der Tarifrunde 2022 (bis zu 60 Prozent mobile Arbeit) wieder in Kraft zu setzen. Dies ist uns hier nicht gelungen. Jedoch engagieren sich unsere ver.di-Betriebsrät*innen weiter auf betrieblicher Ebene, um hier eine neue Regelung im Sinne der Beschäftigten zu schaffen.

Arbeitszeit: 4-Tage-Woche

Wie kann ich die 4-Tage-Woche nutzen?

Alle Beschäftigten, die 36 oder weniger Stunden pro Woche arbeiten, können ihre Arbeitszeit an vier Tagen erbringen.

BAV

Wie sieht die BAV konkret aus?

Die Betriebliche Altersversorgung nach dem sog. Sozialpartnermodell ist eine reine Beitragszusage. Das bedeutet, dass die Deutsche Bank für die betroffenen Beschäftigten keine Rentenleistung garantiert, sondern sich verpflichtet, Beiträge für die Beschäftigten einzuzahlen. Die Beiträge der Arbeitgeberseite werden über vier Jahre aufgebaut und bewegen sich im Ziel bei 1,65 Prozent (inkl. entsprechender Sicherungsbeiträge). Voraussetzung ist, dass auch die Beschäftigten mindestens 1,0 Prozent ihres monatlichen Bruttogehalts entsprechend umwandeln und einzahlen.

Ab wann gilt die Regelung?

Die Regelung wird ab dem 01. Januar 2025 angewandt.

Was passiert mit meiner heutigen BAV?

Für Beschäftigte, die heute bereits eine betriebliche Altersversorgung nutzen, ändert sich nichts. Diese kann wie bisher auch weiter in Anspruch genommen werden.

Was muss ich tun, um die neu eingeführte BAV nutzen zu können?

Hierfür ist ein Antrag notwendig. Dazu wird die Deutsche Bank noch rechtzeitig informieren. Vorher sind noch die Mitbestimmungsverfahren mit den Betriebsräten zu durchlaufen.

Wer kann diese Regelung in Anspruch nehmen?

Die betriebliche Altersvorsorge nach dem Sozialpartnermodell richtet sich an alle rentenversicherungspflichtigen Beschäftigten der PCC Services, der BCB, der PB Direkt , der PB Factoring und der Postbank Filialvertrieb AG, die bisher keinen Anspruch auf eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung haben.

Freistellung für ver.di-Mitglieder

Auf wie viele Freistellungstage habe ich einen Anspruch?

Es gibt einen gesicherten Anspruch auf drei Freistellungstage (stundenweise beantragbar) pro Jahr zur Teilnahme an ver.di-Veranstaltungen jeglicher Art. Mit Zustimmung der Arbeitgeberseite können bis zu drei weitere Tage gewährt werden.

Darauf aufbauend gibt es allerdings weitere Freistellungsmöglichkeiten für Mitglieder der ver.di-Tarifkommission und Mitglieder der verschiedenen ver.di-Gremien.

Für was kann ich mich freistellen lassen?

Der Anspruch besteht auf die Freistellung zur Teilnahme an ver.di-Veranstaltungen jeglicher Art. Dazu zählen z. B. Mitgliederversammlungen, Bildungsangebote, aber auch Feierlichkeiten, zu denen ver.di einlädt.

Vermögensbausteine

Was passiert mit den Vermögensbausteinen?

Zukünftig werden die vermögenswirksamen Leistungen von derzeit 6,65 Euro auf dann 34,34 Euro erhöht. Im Gegenzug werden die Vermögensbausteine eingestellt. Die Erhöhung der vermögenswirksamen Leistungen entspricht dem Wert der Vermögensbausteine.

Auszubildende

Wann habe ich einen Anspruch auf unbefristete Übernahme?

Auszubildende haben einen Anspruch auf eine unbefristete Anschlussbeschäftigung, wenn sie eine Durchschnittsnote* von mindestens 2,1 erreicht haben. Diese Übernahme erfolgt im erlernten Berufsbild vorrangig wohnortnah und im bisherigen Betrieb. Sofern dies nicht möglich ist, erfolgt die Übernahme innerhalb des Konzerns möglichst wohnortnah.

Bei Erreichen einer Durchschnittsnote von mindestens 2,8 erfolgt ebenfalls die Übernahme in eine unbefristetes Anschlussarbeitsverhältnis. Die Übernahme erfolgt hierbei aber nur, wenn es einen konkreten betrieblichen Bedarf, es also einen Arbeitsplatz im Betrieb gibt.

Darüber hinaus kann Auszubildenden trotzdem ein Arbeitsplatz angeboten werden. Jedoch besteht dann kein Rechtsanspruch.

*Ergebnisse der prüfungsrelevanten Fächer der IHK-Abschlussprüfung (gestreckte Abschlussprüfung Teil 1 = frühere Zwischenprüfung) und prüfungsrelevante Zeugnisnoten der ersten beiden Berufsschuljahre und praktische innerbetriebliche Leistungen, die bis zum Zeitpunkt des Übernahmeangebots vorliegen (=Praxisbeurteilungen)

Für welche Auszubildende gilt die Regelung?

Von der Regelung profitieren die Abschlussjahrgänge 2024, 2025 und 2026. Sie findet ab sofort Anwendung und wird zunächst letztmalig für die Prüflinge 2027 angewandt.

Standortsicherungen Postbank Filialvertrieb AG

Was genau ist gesichert?

Bis zum 31. Dezember 2026 sind mindestens 320 Filialen der Postbank Filialvertrieb AG gesichert. Darüber hinaus werden an den Standorten Hamburg, Berlin, Schkeuditz, Essen, Wuppertal, Mainz, Mannheim, Nürnberg, München sowie Hannover und Bonn regionale Beratungscenter mit eigenen Teams der Postbank Filialvertrieb AG eingerichtet und bis 31. Dezember 2026 gesichert.

Wie lange gilt die Zusicherung?

Die Sicherungszusage gilt bis zum 31. Dezember 2026.

13. Gehalt für Auszubildende Postbank Filialvertrieb AG

Habe ich nun auch einen Anspruch auf Sonderzahlung?

Ja, auch Auszubildende in der Postbank Filialvertrieb AG haben nun einen Anspruch auf ein „13. Gehalt“.

Postbank-Zulage Postbank Filialvertrieb AG

Wird die Postbank-Zulage auch zukünftig gezahlt?

Ja, die Postbank-Zulage wird auch in Zukunft uneingeschränkt bei der Postbank Filialvertrieb AG weitergezahlt.

Postbank: Ergebnis nach der fünften Runde

Streik bei der Postbank in Berlin 2024

Am Dienstag, den 30. April 2024, fand die bereits fünfte Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der Tarifbereiche Postbank / PCC Services und Postbank Filialvertrieb statt. Nach zähen Verhandlungen konnten wir nach über 21 Stunden am Morgen des 1. Mai ein Ergebnis erzielen.

Der Tag der Arbeit stand in diesem Jahr unter dem Motto: Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit – fast passend zu unserem Verhandlungsergebnis:

Mehr Geld

  • Am 1. Juni 2024 steigen die Gehälter um 7,0 Prozent, mindestens aber um 270 Euro. Auszubildende bekommen 150 Euro mehr.
  • Am 1. Juli 2025 steigen die Gehälter um weitere 4,5 Prozent, Auszubildende erhalten eine weitere Erhöhung um 50 Euro.
  • Soziale Komponente, die wirkt: Die Kombination aus prozentualer Erhöhung und Mindestkomponente führt dazu, dass die Gehälter insgesamt für die Beschäftigten mit niedrigen und mittleren Einkommen im Durchschnitt deutlich über 13 Prozent steigen.
  • Auszubildende der Postbank Filialvertrieb AG erhalten ab sofort ein „13. Gehalt“.
  • Auszubildende bekommen einen Lernmittelzuschuss von 650 Euro.
  • Die Postbankzulage für Beamtinnen und Beamte des Postbank Filialvertriebs wird verlängert.

Durch die Mindestkomponente erhalten viele Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen Gehaltssteigerungen von deutlich über 13 Prozent. Ein wichtiger Erfolg für unsere Kolleginnen und Kollegen.

Jan Duscheck, ver.di-Verhandlungsführer

Mehr Freizeit

  • Beschäftigte können Entgelt in bis zu vier Wochen zusätzlichen Urlaub umwandeln.
  • Es gibt zukünftig einen Anspruch auf flexible Teilzeit für alle Beschäftigtengruppen (mindestens ein Jahr).
  • Ab einer Wochenarbeitszeit von 36 Stunden (und weniger) kann in einer 4-Tage-Woche gearbeitet werden.
  • ver.di-Mitglieder erhalten den Anspruch, sich zukünftig für unsere gewerkschaftlichen Veranstaltungen bis zu drei Tage (auch stundenweise) freistellen zu lassen. Weitere drei Tage sind möglich.

Mehr Sicherheit

  • Der Kündigungsschutz wird um fast vier Jahre bis zum 31. Dezember 2027 verlängert (gilt auch für weitere Gesellschaften des Deutsche Bank Konzerns, z. B. DB Direkt, KEBA usw.).
  • Es gibt einen eigenen Tarifvertrag zur Standortsicherung für die Postbank Filialen und Beratungscenter.
  • Mehr Sicherheit im Alter: Für alle bis heute unversorgten Beschäftigten wird eine betriebliche Altersversorgung (Beitragszusage nach dem Sozialpartnermodell) eingeführt.
  • Der Tarifvertrag Altersteilzeit für die Postbank Filialvertrieb AG wird verlängert.
  • Auszubildende erhalten ab sofort abhängig vom Notendurchschnitt einen Anspruch auf Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Das ist ein komplexer Tarifabschluss mit vielen sehr guten Regelungen. Insbesondere die Lohnprozente 7,0 und 4,5 Prozent mit der Mindestkomponente von 270 Euro ab dem 1. Juni 2024 und der Kündigungsschutz bis zum 31. Dezember 2027 sind ein super Ergebnis.

Timo Heider, stellvertretender GBR-Vorsitzender und Mitglied der Verhandlungskommission

Direkt im Anschluss an die Verhandlungen fand eine Diskussion und Bewertung in den ver.di-Tarifkommissionen statt. Diese empfehlen, das Ergebnis anzunehmen. In den kommenden Tagen werden bis Mitte Mai alle ver.di-Mitglieder die Möglichkeit haben, über das Ergebnis abzustimmen.

Dieses Ergebnis ist Ausdruck und Ergebnis der Anstrengungen der vergangenen Wochen. Tausende Kolleg*innen haben sich an vielen Orten an öffentlichen Aktionen beteiligt. In Kombination mit der laufenden Urabstimmung und der Möglichkeit, zeitnah mit noch längeren und stärkeren Streikmaßnahmen konfrontiert zu sein, musste die Bank reagieren und ein abschlussfähiges Angebot vorlegen. Nur durch eure starke Beteiligung konnte die ver.di-Verhandlungskommission dieses Ergebnis erzielen.

Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen. Neben deutlichen Einkommenszuwächsen konnten wir ein umfassendes Paket zur Sicherung von Arbeitsplätzen abschließen. Das ist ein wichtiges Signal für die Kolleginnen und Kollegen!

Susanne Bleidt, GBR-Vorsitzende Postbank Filialvertrieb und Mitglied der Verhandlungskommission

Wie geht es weiter?

In den kommenden Tagen werden wir zunächst alle Tarifbotschafter*innen zu allen Facetten des Verhandlungsergebnisses informieren. Darüber hinaus wird es weitere schriftliche Informationen zu den einzelnen Aspekten des Verhandlungsergebnisses geben.

Morgen wird das Ergebnis der Urabstimmung feststehen. Darauf aufbauend führen wir eine Rück-Urabstimmung durch, die gleichzeitig auch als Mitgliederbefragung über die Annahme und Ablehnung des Ergebnisses fungiert. Das Ergebnis der Abstimmung wird dann die Grundlage für die finale Entscheidung der ver.di-Tarifkommissionen bilden.

Auf ein Wort

Die vergangenen Wochen waren entscheidend für die Sicherheit unserer Arbeitsplätze und für unsere zukünftige Bezahlung. Die großartige Beteiligung und das Engagement so vieler Kolleg*innen haben zu diesem starken Verhandlungsergebnis geführt. Ein weiteres Mal ist sichtbar geworden, dass es sich lohnt, zusammenzuhalten und sich für gute und faire Arbeitsbedingungen einzusetzen. Diesen Grundsatz führen wir gemeinsam in den kommenden Monaten weiter und bauen unsere Stärke in der Deutschen Bank aus. Wer noch nicht dabei ist, sollte das also schnellstens nachholen und jetzt Mitglied werden!

Euer ver.di-Verhandlungsteam

  • Postbank Filialvertrieb: Susanne Bleidt, Kübra Kyei, Lena Achterholt, Daniela Junk, Frank Kaiser, Jens Harbeck, Ingo Schmitt
  • Postbank Klassik: Cindy Schirmer, Christoph Tölle, Eric Stadler, Frank Fuß, Jacob Schellenberg, Jens Körner, Timo Heider
  • ver.di: Jan Duscheck, Birgit Laumen, Lisa Wolf, Betsy Boldt, Kevin Voß, Roman Eberle

Hier gibt es diese Tarifinfo für die Postbank / PCC Services und Postbank Filialvertrieb auch als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen.

Vierte Runde: erneut keine Einigung

Verdi Warnstreik Postbank

Am 16. April fand die bereits vierte Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der Tarifbereiche Postbank / PCC Services und Postbank Filialvertrieb statt. Die Arbeitgeber haben zwar ein verbessertes Angebot vorgelegt, jedoch ist auch dieses noch weit von einem tragfähigen Verhandlungsergebnis entfernt.

Das neue Angebot der Arbeitgeberseite umfasst:

  • Erhöhung des Entgeltangebotes: + 1,6 Prozent in der 2. Stufe. Das neue Angebot umfasst also: Die Erhöhung der monatlichen Gehälter um 6,4%, mindestens um 250 Euro zum 1. Juni 2024 und weitere 3,6% zum 1. Juli 2025
  • Erstmals ein Angebot für die Auszubildenden in zwei Stufen: Erhöhung der Ausbildungsvergütungen zum 1. Juni 2024 um 125 Euro und weitere 50 Euro zum 1. Juli 2025
  • Sechs Monate längerer Kündigungsschutz: Damit wird jetzt eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 30. Juni 2027 angeboten.
  • Einführung einer betrieblichen Altersvorsorge für bisher unversorgte Beschäftigte nach dem Sozialpartnermodell

Nach intensiven Diskussionen hat die ver.di-Tarifkommission das Angebot abgelehnt und die Einleitung der Urabstimmung beschlossen. Die Arbeitgeberseite hat mit ihrem vorgelegten Angebot zwar wichtige Schritte auf uns zu gemacht, jedoch reichen diese nicht aus, um zu einem guten und fairen Abschluss zu kommen. Nach vier Verhandlungsrunden hätten wir eine deutlich größere Annäherung an unsere Forderungen erwartet:

  • Steigerung der Gehälter um 15,5%, mindestens aber um 600 Euro
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 Euro
  • Verlängerung des Kündigungsschutzes bis 31.12.2028

Die Streikmaßnahmen der vergangenen Wochen waren erneut sehr erfolgreich. Tausende Kolleginnen und Kollegen haben sich bundesweit an öffentlichen Aktionen beteiligt. Darauf hat die Bank auch reagiert und ihr Angebot ein weiteres Mal verbessert. Und trotzdem ist diese Bewegung in entscheidenden Punkten noch unzureichend

Wie geht es weiter?

Aufgrund der festgefahrenen Verhandlungen werden wir nun Erzwingungsstreiks vorbereiten und dazu ab sofort eine Urabstimmung durchführen. Dazu erhalten alle ver.di-Mitglieder bis spätestens 24. April einen Brief mit dem persönlichen Zugang zur Abstimmung, welche dann bis zum 3. Mai möglich sein wird. Für den 30. April haben wir bereits eine fünfte Verhandlungsrunde vereinbart. Die Bank hat es also noch in der Hand, eine weitere Eskalation der Tarifrunde abzuwenden.

Jetzt zählt es.

Die nächsten Wochen sind entscheidend für die Sicherheit unserer Arbeitsplätze und unsere zukünftige Bezahlung. Besonders jetzt ist jede Unterstützung ausschlaggebend. Durch deine Teilnahme an Aktionen und Warnstreiks und den Beitritt zu deiner Gewerkschaft ver.di trägst du maßgeblich zum Erfolg bei. Sprich auch aktiv deine Kolleginnen und Kollegen auf ihre aktive Unterstützung der Tarifrunde an.

Hier gibt es diese Tarifinfo für die Postbank Klassik auch als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen

Hier gibt es diese Tarifinfo für die Postbank Filialvertrieb auch als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen

Postbank-Tarifrunde: ver.di erhöht den Druck

Streikaktion bei der Postbank in Hamburg

Bundesweite Streiks im Backoffice und in Callcentern

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erhöht in der laufenden Tarifrunde bei der Postbank den Druck auf den Arbeitgeber. Demnach wurden von Dienstag bis Donnerstag, 9. bis 11. April 2024, bundesweit nicht nur alle Backoffice-Einheiten bestreikt, sondern darüber hinaus auch die Callcenter (Postbank Direkt). Betroffen von den Streikaufrufen waren bis zu 12.000 Beschäftigte.

Trotz wochenlanger Verhandlungen ist der Arbeitgeber nach wie vor nicht bereit, den Postbank-Beschäftigten substanziell entgegenzukommen. Deswegen wird der Druck auf den Arbeitgeber erneut erhöht.

Jan Duscheck, ver.di-Verhandlungsführer

Mit der Intensivierung der Streiks zieht ver.di die Konsequenzen aus den sich bereits seit mehreren Wochen mit insgesamt drei Runden hinschleppenden Verhandlungen. ver.di fordert 15,5 Prozent, mindestens 600 Euro und die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 31. Dezember 2028 bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Dagegen bietet die Arbeitgeberseite lediglich eine Erhöhung von 6,4 Prozent bzw. mind. 250 Euro zum 1. Juni 2024, eine weitere Erhöhung um 2,0 Prozent zum 1. Juli 2025 und eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 31. Dezember 2026 bei einer Laufzeit von 29 Monaten.

„Die Differenz zwischen der Forderung von ver.di und dem Postbank-Angebot ist noch viel zu hoch“, kritisierte Duscheck.

Die nächste Verhandlungsrunde ist am Dienstag, den 16. April 2024, in Frankfurt/Main angesetzt.

Hier finden sich weitere Infos zum bisherigen Verlauf der Tarifrunde mit der Postbank.

Fotos von den Streiks in Hamburg, München und Berlin im April 2024

Postbank Hamburg im Streik

Gemeinsam waren die Beschäftigten der Postbank im Backoffice und die Kolleg*innen des Postbank Filialvertriebes im Streik und auf der Straße.

Trotz Hamburger Schietwetter haben es sich viele Streikende nicht nehmen lassen und sind sogar aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig- Holstein und Niedersachsen angereist. Alle sind sich einig, dass in der nächsten Woche ein deutlich verbessertes Angebot auf den Tisch gehört.

„Im Moment passen die vorliegenden Angebote nämlich leider auch zur derzeitigen Unternehmenskultur: von oben herab, arrogant und scheinheilig“, so Jacob Schellenberg auf der Abschlusskundgebung.

Fotos: Georg Wendt

Postbank München im Streik

Bei der Streikversammlung in München und dem anschließenden Demozug waren rund 300 Leute vor Ort und noch mehr im Streik.

Postbank Berlin im Streik

Fotos: Jan Duscheck und Christian von Polentz

Dritte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

Am 18. März fand die dritte Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der Tarifbereiche Postbank / PCC Services und Postbank Filialvertrieb statt. Die Deutsche Bank besserte ihr Angebot in verschiedenen Punkten nach, bleibt aber bei allen wichtigen Punkten unterhalb der Erwartungen an einen abschlussfähigen Kompromiss.

Das neue Angebot der Arbeitgeberseite umfasst:

  • Erhöhung der monatlichen Gehälter um 6,4%, mindestens um 250 Euro zum 1. Juni 2024 und weitere 2,0% zum 1. Juli 2025.
  • Kopplung der Entwicklung der Ausbildungsvergütungen und der weiteren Ausbildungsbedingungen an den Flächentarifvertrag für das private Bankgewerbe
  • Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 31.12.2026 (unter der Bedingung die Postbank-Tarifverträge bis Mitte 2028 von dem Flächentarifvertrag des privaten Bankgewerbes abzugrenzen)
  • Einführung einer betrieblichen Altersvorsorge für bisher unversorgte Beschäftigte nach dem Sozialpartnermodell ( mit einem Arbeitgeberbeitrag in Höhe von bis zu 1,65%)

Die Tarifkommission von ver.di hat das Angebot nach einer intensiven Diskussion und Bewertung als unzureichend abgelehnt, da es bei Weitem nicht ausreicht, um einen fairen Kompromiss auf Grundlage unserer Forderungen zu verhandeln:

  • Steigerung der Gehälter um 15,5%, mindestens aber um 600 Euro
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 Euro
  • Verlängerung des Kündigungsschutzes bis 31.12.2028

Mit dem Engagement bei den Streiks habt ihr Bewegung in die Verhandlungen gebracht. Es sind erste Fortschritte erkennbar. Allerdings sind wir immer noch weit von einem Abschluss entfernt. In den kommenden Wochen kommt es noch einmal darauf an, dass wir die Streiks zusammen noch einmal intensivieren.

Jan Duscheck, ver.di-Verhandlungsführer

Nur durch eure erfolgreichen Streikmaßnahmen der vergangenen Wochen, konnten wir die Arbeitgeberseite überhaupt zu einem verbesserten Angebot bringen. Diese Streiks waren eindrucksvoll und haben deutlich gezeigt, dass es die Beschäftigten ernst meinen. Darauf werden wir aufbauen und müssen den Druck weiter erhöhen.

Wie geht es weiter?

Es wurde eine weitere Verhandlungsrunde für den 16. April angesetzt. Klar ist: Ohne verstärkten Druck wird die Deutsche Bank sich nicht bewegen. Deshalb werden die Streikmaßnahmen bis zur nächsten Runde intensiviert.

Das Angebot der Bank war leider eine Enttäuschung. Eine Entgelterhöhung weit unterhalb der Inflationsrate ist nicht akzeptabel. Keine Wertschätzung nach zwei Jahren harte Arbeit im Unity-Chaos. Jetzt werden wir den Druck zum 16.04. hin deutlich erhöhen müssen, um unsere Forderungen durchzusetzen.

Jacob Schellenberg, Mitglied der Verhandlungskommission

Jetzt zählt es.

Die nächsten Wochen sind entscheidend für die Sicherheit unserer Arbeitsplätze und unsere zukünftige Bezahlung. Besonders jetzt ist jede Unterstützung entscheidend. Durch Teilnahme an Aktionen und Warnstreiks, den Beitritt zu deiner Gewerkschaft ver.di trägst du maßgeblich zum Erfolg bei. Sprich auch aktiv deine Kolleginnen und Kollegen auf ihre aktive Unterstützung der Tarifrunde an.

Die Beschäftigten dürfen nicht nur als Kostenfaktor gesehen werden. Wir sind mehr wert als die Angebote, die uns vorgelegt wurden. Es ist Zeit für Anerkennung und Wertschätzung!

Lena Achterholt, Mitglied der Verhandlungskommission

Weitere Forderungen Postbank Filialvertrieb

  • Anspruch auf unbefristete Übernahme und Lernmittelzuschüsse für Auszubildende ƒ
  • Fortführung der Postbankzulage
  • Verlängerung und Weiterentwicklung des Altersteilzeittarifvertrages

Weitere Gesprächsthemen

  • Sechs Belastungsausgleichstage als Vorteilsregelung für ver.di-Mitglieder ƒ
  • Anspruch auf Umwandlung von Geld in Zeit, sowie eine Regelung für Teilzeitbeschäftigte
  • Modernisierung des Entgelttarifvertrages und des Manteltarifvertrages und Überarbeitung der Entgeltstruktur
  • Anspruch auf Sonderzuwendungen für ehemalige Auszubildende auch im 1. Jahr nach der Ausbildung (Wegfall der Wartefrist)
  • Tarifliche Regelungen zur Verbesserung der Ausbildungsqualität (ABB-Regelwerk/ABB-Pauschale, Mindestausbildungsquote)

Weitere Forderungen Postbank und PCC Services

  • Anspruch auf unbefristete Übernahme und Lernmittelzuschüsse für Auszubildende
  • Aufwertung der Tariftabellen der Postbank Direkt

Weitere Gesprächsthemen

  • ƒ Sechs Belastungsausgleichstage als Vorteilsregelung für ver.di-Mitglieder ƒ
  • Anspruch auf Umwandlung von Geld in Zeit, sowie eine Regelung für Teilzeitbeschäftigte
  • Tarifliche Regelungen zur Verbesserung der A dungsqualität (ABB-Regelwerk/ABB-Pauschale, Mindestausbildungsquote)
  • Regelung zur betrieblichen Altersversorgung für Beschäftigtengruppen, die heute keinen Anspruch darauf besitzen.

Hier gibt es dieses Tarifinfo für die Postbank und PCC Services als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen

Hier gibt es dieses Tarifinfo für die Postbank Filialvertrieb als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen

Vor der 3. Verhandlungsrunde erhöhen wir den Druck

Bereits am Mittwoch den 13. März fanden bei allen Betrieben des Postbank Filialvertriebs Protestaktionen im Rahmen von regionalen Betriebsversammlungen statt. Am Freitag und morgigen Samstag rufen wir Beschäftigten des Postbank Filialvertriebs und der Postbank-Vertriebs- und Servicecenter bundesweit zu Warnstreiks auf.

Die Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der Postbank haben eine kritische Phase erreicht. Am Montag, den 18. März beginnt die dritte Verhandlungsrunde. „Das bisher vorgelegte Angebot der Arbeitgeberseite ist sehr weit von einem verhandelbaren Kompromisskorridor entfernt“, erklärte Jan Duscheck, ver.di-Verhandlungsführer für den Bankenbereich. „Ohne weitere Streiks bewegt sich bei der Deutschen Bank überhaupt nichts.“

Die Forderungen der Gewerkschaft sind klar: Ein Lohnanstieg von 15,5 Prozent, mindestens jedoch eine Erhöhung um 600 Euro, sowie die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 31. Dezember 2028. Demgegenüber steht das Angebot der Postbank, welches lediglich eine Lohnerhöhung von 5 Prozent ab dem 01. Juni 2024 und weitere 2 Prozent ab dem 01. Juli 2025 vorsieht, sowie einen Kündigungsschutz, der nur bis zum 30. Juni 2026 reicht.

Jan Duscheck kritisiert das zögerliche Vorgehen des Managements scharf: „Es ist völlig unverständlich, dass das Management in der laufenden Tarifrunde so auf Zeit spielt und damit weiteren Unmut sowohl bei den Beschäftigten als auch bei Kundinnen und Kunden provoziert.“ Diese Unnachgiebigkeit hat zu der Entscheidung geführt, zu drastischen Maßnahmen zu greifen, um die Dringlichkeit der Situation zu unterstreichen.

Die bevorstehenden Streiks werden voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb der Postbank haben. „Wir gehen davon aus, dass der größte Teil der Filialen an beiden Tagen geschlossen bleibt und es auch an den Servicehotlines zu größeren Problemen bei der Erreichbarkeit kommen wird“, warnt Duscheck.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit gibt es nur mit einem Tarifvertrag!

Ungleiche Bezahlung in der Bankenbranche

Foto: canva.com

Auch in diesem Jahr liegt am und rund um den 8. März wieder der Fokus auf den Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen.

Denn trotz einiger Fortschritte in den letzten Jahren, gibt es besonders rund um das Thema gleiche Bezahlung immer noch viel zu tun. Gerade in der Bankenbranche als Teil der Finanzdienstleistungsindustrie ist der Gender Pay Gap immer noch besonders groß (siehe Grafik). Problematisch ist zudem, dass der Gender Pay Gap auch in unserer Branche bei steigender Berufserfahrung immer weiter zunimmt. Denn gerade in den außertariflichen Bereichen gibt es häufig größere Spielräume für die Arbeitgeberseite und es kommt hier häufiger zu Ungleichbehandlung.

Die Postbank Filialvertrieb AG hat bei den Beschäftigten einen hohen Frauenanteil. Viele der Betroffenen arbeiten in Teilzeit – freiwillig und unfreiwillig. An dieser strukturellen Benachteiligung von Frauen müssen wir arbeiten, um diese schnellstmöglich aufzuheben. In der aktuellen Tarifauseinandersetzung kämpfen wir für eine bessere Teilzeitregelung, die es den Beschäftigten ermöglicht problemlos in die Vollzeit zurückzukehren und natürlich eine bessere Bezahlung!

Susanne Bleidt, Vorsitzende Gesamtbetriebsrat Postbank Filialvertrieb A

Mehr Fairness durch Tarifvertrag!

Ein Weg hin zu fairen und für alle transparenten Löhnen sind Tarifverträge! Denn diese unterscheiden nicht zwischen Mann und Frau. Sie gelten für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in tarifgebundenen Betrieben gleichermaßen. In Tarifverträgen ist zum Beispiel geregelt, dass Gehälter mit zunehmender Berufserfahrung automatisch steigen.

Auch wenn es den Internationalen Frauentag seit mehr als 100 Jahren gibt und in dieser Zeit Einiges in Sachen Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht wurde, dürfen wir nicht nachlassen uns weiterhin für die Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung von Frauen in der Gesellschaft, in der Arbeitswelt und unseren Betrieben einzusetzen. Tarifverträge sind dafür ein wichtiges Instrument, aber es braucht auch eine gelebte Kultur in den Banken, sowie die entsprechenden Rahmenbedingungen, um die Gleichberechtigung im Beruf möglich zu machen.

Andrea Hartmann, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates der Bausparkasse Schwäbisch Hall und Mitglied der ver.di Tarifkommission privates Bankgewerbe

Gerade in diesem Jahr stehen wir vor großen Herausforderungen: Durch die hohe Inflation der letzten Jahre haben wir alle real an Gehalt verloren und unsere Kaufkraft ist gesunken. Und obwohl die Inflation langsam wieder sinkt, hält der Reallohnverlust an. In diesem Jahr wollen wir uns gemeinsam dafür engagieren, diese Entwicklung aufzuhalten. Im Rahmen der Verhandlungen für die Tarifbereiche Postbank und Postbank Filialvertrieb streben wir deshalb einen entsprechend hohen Tarifabschluss an. Allen muss klar sein, dass wir diesen nicht geschenkt bekommen. Freiwillig wird sich die Deutsche Bank nicht mehr bewegen als unbedingt nötig. Lassen Sie uns ihnen gemeinsam zeigen, was wir für nötig halten.

Stärken Sie sich und uns den Rücken und organisieren Sie sich mit vielen anderen Tausenden von Kolleginnen und Kollegen in Ihrer Gewerkschaft ver.di!

Auch in dieser Tarifrunde wird uns nichts geschenkt werden! Lasst uns zusammenstehen und den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zeigen, dass uns ein angemessener Beitrag zur Deckung der gestiegenen Lebenshaltungskosten zusteht.

Sabine Kannenberg, stellv. Vorsitzende des ver.di Bundesfachgruppenvorstandes Bankgewerbe und Betriebsrätin bei der Commerzbank

Engagiert bleiben: Gute Rahmenbedingungen für mehr Gleichberechtigung

Wir als ver.di setzen uns tarifpolitisch und gesellschaftspolitisch dafür ein, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben und die gleichen Möglichkeiten, ihr Leben frei von finanziellen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten zu gestalten. Das kann nur gelingen durch:

  • tarifpolitisch: angemessene tabellenwirksame Entgelterhöhungen in den laufenden Tarifverhandlungen
  • eigenständige finanzielle Existenzsicherung von Frauen als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben,
  • eine starke Gestaltung der Rahmenbedingungen im Unternehmen und der Gesellschaft, um eine faire Aufteilung von bezahlter Erwerbs- und unbezahlter Familienarbeit zwischen Frauen und Männern und mehr Aufstiegskarrieren für Frauen möglich zu machen,
  • gute öffentliche Angebote für die Betreuung von Kindern und die Versorgung von pflegebedürftigen Angehörigen.

Hier gibt es diese Tarifinfo für die Postbank auch als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen

Hier gibt es diese Tarifinfo für die öffentlichen Banken auch als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen

Bundesweite Streiks bei der Postbank

Im ganzen Land – von Berlin bis Stuttgart – zeigen wir der Postbank heute und morgen, dass wir es ernst meinen.

Die Angebote in der zweiten Verhandlungsrunde blieben weit hinter unseren Forderungen zurück. Es ist klar: Ohne unseren Einsatz und Druck gibt es keinen Fortschritt.

Wir fordern 15,5% mehr Gehalt, mindestens jedoch 600 Euro, und einen Kündigungsschutz bis Ende 2028. Was die Bank bisher vorgelegt hat – 5% mehr ab Juni 2024 und weitere 2% ab Juli 2025, mit einem Kündigungsschutz nur bis Mitte 2026 – reicht bei Weitem nicht aus.

In Berlin und Brandenburg waren heute daher auch 90% der Filialen zu. Über 200 Kolleginnen und Kollegen haben in Berlin laut und deutlich gemacht: Es muss sich etwas ändern. Auch in Hannover und Stuttgart sind die Zeichen unübersehbar – im Streiklokal in Hannover kamen über 50 Streikende zusammen, weitere folgten im Homeoffice dem Aufruf und auch in Stuttgart gab es Streikposten vor geschlossenen Filialen.

Die Stimmung ist trotz der Herausforderungen positiv – wir wissen, was auf dem Spiel steht. Unsere Arbeit verdient Anerkennung und eine faire Entlohnung, gerade nach den letzten herausfordernden Jahren mit unzähligen IT-Problemen.

Die nächsten Verhandlungsrunden werden zeigen, ob die Bank unsere Entschlossenheit ernst nimmt. Wir sind bereit, für unsere Forderungen einzustehen!

Erste Schritte gemacht

Aktive Gewerkschafter*innen der Postbank in Hannover

Aber noch weit entfernt von einem fairen Kompromiss

Am 26. Februar fand in Frankfurt am Main die zweite Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der Postbank statt. Nach einer enttäuschenden ersten Verhandlung am 6. Februar und einer ersten Streikwelle war die Erwartungshaltung der ver.di-Verhandlungskommission hoch. Ziel war es, einen deutlichen Schritt vorwärtszukommen, um für die Beschäftigten ein Ergebnis zu erzielen.

Die Arbeitgeberseite legte direkt zu Beginn ein erstes Angebot vor, verwies aber zuvor erneut darauf, nicht zuständig für den Inflationsausgleich zu sein. Vielmehr stellten sie klar, dass es nicht möglich sei, Geschenke im Umfang unserer Forderungen zu verteilen.

Unsere ersten Warnstreiks zeigen Wirkung: Die Arbeitgeberseite hat nun ein erstes Angebot gemacht. Wir sind aber noch sehr weit von einer Einigung entfernt. Ohne weiteren Druck wird es nicht gehen. Wir dürfen jetzt nicht nachlassen.

Jan Duscheck, ver.di-Verhandlungsführer

Hier nun das erste Arbeitgeberangebot im Überblick

  • Die Gehälter und Ausbildungsvergütungen sollen zum 01.06.2024 um 5,0 % und zum 01.07.2025 um weitere 2,0 % erhöht wer- den. Die Forderung der Mindesterhöhung lehnen sie ab. Sie haben lediglich angedeutet, die Mindesterhöhung für die Beschäftigten der Postbank Direkt umzusetzen, ohne eine Zahl zu nennen.
  • Der Kündigungsschutz soll bis zum 30.06.2026 verlängert werden.
  • Es besteht Bereitschaft eine Regelung zur Umwandlung von Geld in Freizeit zu vereinbaren und über eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Teilzeitbeschäftigte zu sprechen.
  • Zur Regelung einer betrieblichen Altersvorsorge für bisher unversorgte Beschäftigte besteht ebenfalls Gesprächsbereitschaft.
  • Die Laufzeit der Tarifvereinbarung soll bis zum 30.06.2026 gehen, also 29 Monate betragen.
  • Zu den Themen rund um die Ausbildung gibt es grundsätzlich Gesprächsbereitschaft.
  • Darüber hinaus zeigt sich die Bank bereit, über die Weiterentwicklung des Altersteilzeittarifvertrages zu sprechen.
  • Eine Mitgliedervorteilsregelung lehnt die Bank deutlich ab.

Die Verhandlungen waren grundsätzlich konstruktiv, jedoch besteht noch eine große Differenz zwischen unseren Forderungen und dem Arbeitsgeberangebot. Mit ihrem Angebot zeigte die Arbeitgeberseite eine erste Bewegung, jedoch ist es noch ein langer Weg zu einem fairen Verhandlungsergebnis.

Wir sind erst durch die Corona- und dann durch die Unity-Hölle gegangen und als Dank wurde uns die neue „Filialstrategie“ über die Presse mitgeteilt. Das Angebot wird uns bei weitem nicht gerecht! Wir sind mehr Wert!

Daniela Junk, Mitglied der Verhandlungskommission

Hier noch einmal unsere Forderungen im Überblick:

  • Steigerung der Gehälter um 15,5%, mindestens aber um 600 Euro
  • Steigerung der Ausbildungsvergütungen um 250 Euro
  • Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 31.12.2028
  • Anspruch auf unbefristete Übernahme und Lernmittelzuschüsse für Auszubildende

Spezifische Forderungen für den Tarifbereich Postbank Filialvertrieb

  • Fortführung der Postbankzulage
  • Verlängerung und Weiterentwicklung des Altersteilzeittarifvertrages 

Spezifische Forderungen für den Tarifbereich Postbank Klassik

  • Anhebung der Tariftabellen des Entgelttarifvertrags der Postbank Direkt an die der PCC Services GmbH
  • Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung für alle Beschäftigten

Darüber hinaus hat ver.di folgende Gesprächsthemen

  • Sechs Belastungsausgleichstage als Vorteilsregelung für ver.di-Mitglieder
  • Anspruch auf Umwandlung von Geld in Zeit, sowie eine Regelung für Teilzeitbeschäftigte

Unser Fazit: Ohne Druck werden wir keinen Erfolg haben!

Dieses Angebot ist ein erster kleiner Schritt – aber auch nicht mehr! Daher werden wir die Streiks fortführen. Die erste Streikwelle in der Breite war erfolgreich und das hat die Arbeitgeberseite gespürt. In einer nächsten Etappe müssen jetzt die kundenrelevanten Bereiche Gesicht zeigen und den Druck hochhalten.

Für erfolgreiche Aktionen und Streiks braucht es mutige Beschäftigte: Werde Mitglied bei ver.di und stell dich gemeinsam mit deinen Kolleginnen und Kollegen klar hinter die Forderungen deiner Tarifkommission! Beteilige dich an den Warnstreiks und Aktionen vor Ort! Je mehr Druck wir machen, umso schneller ist ein gutes Tarifergebnis möglich!

Euer ver.di-Verhandlungsteam

Susanne Bleidt, Kübra Kyei, Lena Achterholt, Steffi Gruber, Frank Kaiser, Jens Harbeck, Michael Scharpf, Ingo Schmitt | Postbank Filialvertrieb

Cindy Schirmer, Christoph Tölle, Eric Stadler, Frank Fuß, Jacob Schellenberg, Jens Körner, Timo Heider | Postbank Klassik

Birgit Laumen, Lisa Wolf, Jan Duscheck, Kevin Voß, Roman Eberle | ver.di

Wir wollen dich auf dem Laufen halten!

Bitte hinterlege unter meine.verdi.de deine private Mailadresse.

Hier gibt es dieses Tarifinfo für die Postbank Klassik als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen

Hier gibt es dieses Tarifinfo für die Postbank Filialvertrieb als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen

Hier gibt es dieses Tarifinfo für die PCC Services als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen

Die erste Streikwoche bei der Postbank

Aktive Gewerkschafter*innen bei der Postbank

Ein unübersehbares Zeichen der Geschlossenheit und Entschlossenheit unter den Kolleginnen und Kollegen, strahlt weit über die Standorte der Aktionen hinaus. Von Berlin bis Bayern, von virtuellen Versammlungen in Köln und Bonn bis hin zu physischen Streikkundgebungen in Essen, Dortmund und Niedersachsen – die Beschäftigten der Postbank haben eindrücklich für ihre Forderungen nach fairen Löhnen, besseren Arbeitsbedingungen und einem Inflationsausgleich demonstriert.

Der Auftakt in Berlin setzte ein kraftvolles Zeichen. Hier versammelten sich etwa 200 Beschäftigte vor dem Haus der Deutschen Bank. Die Bereitschaft, für gemeinsame Forderungen einzutreten, zeigte sich auch in Köln und Bonn durch die beeindruckende Teilnahme an einer virtuellen Streikversammlung mit über 120 Teilnehmenden. Diese Aktionen gaben den Startschuss für eine Woche des Protests und der Solidarität, die in der bevorstehenden Tarifverhandlung am 26. Februar ihren Höhepunkt finden soll.

Die Streikwelle zog weiter durch Essen, wo der Betriebsrats-Vorsitzende und Mitglied der Verhandlungskommission, Christoph Tölle, die Hoffnung ausdrückte, dass die Arbeitgeberseite nun die Ernsthaftigkeit der Lage erkennen möge. Er kritisierte die bisherigen Angebote der Arbeitgeber als unzureichend und unterstrich die Leistungen der Belegschaft in den vergangenen Jahren.

In Dortmund und Essen legten etwa 300 Beschäftigte ihre Arbeit nieder, um auf die Bedeutung fairer Bezahlung in Zeiten des Umbruchs hinzuweisen. Der Kampfgeist setzte sich in Niedersachsen und Bremen fort, wo sich am Donnerstag 450 Kolleginnen und Kollegen an Warnstreik-Aktionen beteiligten, unterstützt durch virtuelle Streiks von weiteren 70 Personen. Trotz schlechten Wetters blieb die Stimmung kämpferisch, untermauert durch Solidaritätsbekundungen aus dem Deutsche Bank-Konzern.

Der Abschluss der Streikwoche fand in Bayern statt, wo die Mitarbeiter der Operations-Bereiche in München und weiterer Filialen im ganzen Bundesland in den Ausstand traten.

Die Streikwoche bei der Postbank ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Solidarität und Entschlossenheit der Kolleginnen und Kollegen. Sie fordern eine angemessene Anerkennung ihrer Leistungen und sind bereit, für ihre Rechte zu kämpfen.

Für alle, die sich bisher noch nicht eingebracht haben: jetzt ist die Zeit, Farbe zu bekennen und in die Gewerkschaft einzutreten. Gute Tarifverträge falle nicht vom Himmel, sondern werden von uns aktiven Gewerkschaftsmitgliedern durchgesetzt. Jetzt dabei sein, für gute Arbeitsbedingungen.

Wir für Tarif!