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Streiks in Baden-Württemberg: Die wahre Kälte kommt von den Arbeitgebern

Rund 4000 Kolleginnen und Kollegen der Bausparkassen Schwäbisch Hall und Wüstenrot – sowie der anhängigen Töchtergesellschaften – sind heute und morgen zum Streik aufgerufen.

In einem virtuellen Streik-Livestream haben die Beschäftigten der Bausparkassen in Baden Württemberg gezeigt, dass sich die Tarifrunde private Banken nur mit einem wertschätzenden Ergebnis abschließen lässt. Nachdem der Arbeitgeber bei der letzten Verhandlungsrunde keinerlei Verhandlungsbereitschaft hatten, ist nun klar; die Kolleginnen und Kollegen sind bereit, sich für ihre Löhne und Arbeitsbedingungen einzusetzen – egal wohin sich die Tarifrunde entwickelt.

Obwohl die Temperaturen mit 7 °C heute am 10.02.2022 noch deutlich über dem Gefrierpunkt lagen, wehte ein eisiger Wind aufgrund der verschleppten Verhandlungen durch die Straßen. Die bereits seit Mitte letzten Jahres andauernden Verhandlungen wurden zuletzt nach einem Kompromissangebot von ver.di durch die Arbeitgeberseite unvermittelt abgebrochen.

Unter normalen Bedingungen hätten sich mehr als hundert Streikende vor der Hauptverwaltung von Wüstenrot versammelt. Gemeinsam hätte man sich für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen lautstark Gehör verschafft. Pandemiebedingt war ein normaler Streik nicht möglich. So haben sich 6 Kolleginnen und Kollegen von Wüstenrot stellvertretend für viele andere vor der Hauptverwaltung getroffen und mit Christian Miska als Gewerkschaftssekretär an einer in Baden-Württemberg koordinierten Videoaktion teilgenommen. Kirsten Hermann von Wüstenrot hat aus dem Homeoffice ein Streikgedicht vorgetragen Die anderen streikenden Kolleginnen und Kollegen schalteten sich von zuhause dazu. Es wurde im Homeoffice gestreikt.

Und hier noch ein paar Zitate aus der heutigen Veranstaltung:

Susanne Ulshöfer (Wüstenrot) zu den bisherigen Entwicklungen: „… das lässt doch schon darauf schließen, dass wir wieder mit einer Lohnerhöhung von ca. 1 Prozent abgespeist werden sollen.“


Ingo Ernst (Wüstenrot) ergänzt dies in seiner Rede mit einem Appell an den Vorstandsvorsitzenden der Wüstenrot Bernd Hertweck: „Nutzen Sie Ihren Einfluss beim Arbeitgeberverband private Banken, um für ein faires Angebot, einen guten Tarifabschluss und der damit verbundenen Wertschätzung der Leistungen Ihrer Mitarbeiter zu sorgen, denn wir sind es wert.“


Christian Miska (ver.di): „Wir lassen uns nicht mit einem Prozent pro Jahr abspeisen. Wir nicht, wir sind stark, wir müssen nicht betteln!“

Kirsten Hermann (Wüstenrot): „Mit nix vorm Komma ist jetzt Schluss, hoffen wir, die Arbeitgeber hören den Schuss“

Die gestiegenen Teilnehmendenzahlen zeigen die Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen zu kämpfen.
Susanne Ulshöfer, Ingo Ernst und Christian Miska machten mit ihren Statements eines sehr deutlich:

„Es wird sich dem eisig wehenden Wind entgegenstellt!“


Eine Antwort zu “Streiks in Baden-Württemberg: Die wahre Kälte kommt von den Arbeitgebern”

  1. Nicht aufgeben – aufgrund der Entwicklung der Preise solltet ihr euer altes Angebot zurücknehmen und ein aktualisiertes Angebot unterbreiten: Inflationsrate + 2% / jährliche Anpassung / Laufzeit 36 Monate.

    Die Gegenseite hatte die Chance auf das alte Angebot einzugehen.

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