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Verhandlungsauftakt zur Tarifrunde Postbank verläuft enttäuschend!

Freundliche Worte und wenig Greifbares — Wertschätzung sieht anders aus

Am Ende dieses ersten Verhandlungstermins herrschte Ernüchterung unter den Mitgliedern des ver.di-Verhandlungsteams: Zwar hörten wir viele freundliche Worte – im Ergebnis gab es aber keine konkreten Aussagen zu unseren berechtigten Forderungen. Für die Beschäftigten der Tarifbereiche Postbank und Postbank Filialvertrieb hatte am Montag, den 10. Januar 2022, die erste Verhandlungsrunde stattgefunden.

Wegen der gestiegenen Inflation sind die Gehaltsabschlüsse der letzten Jahre keine Referenz für diese Tarifrunde

Jan Duscheck, Bundesfachgruppen-
leiter Bankgewerbe

Die Arbeitgeberseite sprach von Dialog, der Bereitschaft zu offenen und konstruktiven Gesprächen und dem Interesse, sich schnell zu einigen. Gleichzeitig wies sie aber auf die Notwendigkeit einer „Tragfähigkeitsperspektive“ und den „geringen Verteilungsspielraum“ hin und erklärte, dass man „im Volumen weit weg“ von den ver.di-Forderungen sei.

Gleichzeitig betonte die Arbeitgeberseite den Willen, eine „angemessene Gehaltsentwicklung“ vorzunehmen – allerdings ohne irgendeinen Hinweis darauf, was angemessen sein könnte. Bei der Laufzeit herrschte schon mehr Klarheit: Der neue Gehaltstarifvertrag soll nach ihrer Vorstellung 36 Monate laufen.

Das ver.di-Verhandlungsteam hat vor dem Hintergrund der hohen Inflationsrate auf die Notwendigkeit einer ordentlichen Gehaltserhöhung hingewiesen. Angesichts der aktuellen Preisentwicklung hat das eine sehr hohe Priorität. Die Arbeitgeberseite sieht das Inflationsthema dagegen weniger problematisch. Im Unterschied zu Christian Sewing geht sie nur von rund zwei Prozent Inflation und weniger aus. Hier wird deutlich: Eine inflationsausgleichende Entgelterhöhung, die die Kaufkraft der Beschäftigten aufrechterhält, ist für die Verhandlungsführung der Postbank alles andere als selbstverständlich.

Beim Inflationstrend erleben wir gerade einen ‚Etagenwechsel‘, also von Inflationsraten unter zwei Prozent im vergangenen Jahrzehnt zu Raten von voraussichtlich 2,5 bis drei Prozent in den nächsten Jahren.

Christian Sewing im Dezember 2021 in der Funke-Mediengruppe

Nichts Konkretes gab es zu den wichtigen ver.di-Forderungen bezüglich mobiler Arbeit oder einer Corona-Prämie, ebenso wenig zu den Ausbildungsthemen, zu betrieblicher Altersversorgung oder Altersteilzeit. Zu diesen Fragen stellte die Arbeitgeberseite einen konstruktiven Dialog in Aussicht – nicht mehr und nicht weniger.

Eines hat der Verhandlungsauftakt klargemacht: Geschenke werden auch bei dieser Tarifrunde nicht verteilt. Die Beschäftigten müssen jetzt schnell eine erste Reaktion zeigen: Warnstreiks sind die angemessene Antwort auf viele freundliche Worte und sonst so gut wie nichts!

Unsere Forderungen im Überblick

  • Erhöhung der Gehälter um sechs Prozent, mindestens um 180 Euro
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 150 Euro
  • Unbefristete Übernahme für Auszubildende nach Abschluss der Ausbildung

Spezifische Forderungen: Postbank Filialvertrieb

  • Zahlung einer Corona-Prämie zum Ausgleich pandemiebedingter Provisionsverluste und weiterer künftiger Belastungen
  • Verbindlicher Anspruch auf Altersteilzeit ohne Zwang zur vorzeitigen Verrentung
  • Fortführung der Postbankzulage
  • Wahlrecht zwischen mehr Gehalt oder mehr Freizeit

Spezifische Forderungen: Postbank Klassik

  • Anspruch auf mobiles Arbeiten (inkl. mobiler Arbeit von zu Hause) von 20 bis zu 60 Prozent der Arbeitszeit
  • Ausstattungspauschale von 1.500 Euro für mobil arbeitende Beschäftigte sowie eine Mobilitätshilfe von 1.500 Euro für nicht mobil Arbeitende
  • Monatspauschale von 100 Euro zum Ausgleich monatlicher Mehrausgaben für das Homeoffice oder monatliches Mobilitätsbudget von 100 Euro (z. B. für ÖPNV oder Tiefgarage), wenn nicht/nur teils im Homeoffice gearbeitet wird.
  • Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung für alle Beschäftigten

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Eine Antwort zu “Verhandlungsauftakt zur Tarifrunde Postbank verläuft enttäuschend!”

  1. Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung für alle Beschäftigten…

    Warum nur bei Postbank Klassik und nicht im Filialvertrieb? Ich finde es schön sehr unschön, das meine Kollegen fast alle eine interessante betriebliche Altersvorsorge haben und ich alles selbst tragen musß.

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