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ComTS: Drei Fragen, drei Antworten!

Im letzten Monat hat ein Auftaktgespräch zwischen Vertretern von ver.di und der Commerzbank über mögliche Tarifverhandlungen stattgefunden. Außerdem wurde die Verschmelzung der fünf ComTS-Standorte West, Mitte, Nord, Rhein-Ruhr und Ost bekannt gegeben. Zu diesen und weiteren Themen findet ihr Antworten im neuen Video „3 Fragen an Stefan – von und mit Monique Jancke“ – klickt rein und leitet es gerne an eure Kolleginnen und Kollegen weiter.

Einigung in schwierigen Zeiten

Fotos: ver.di

Nach intensiven und kraftzehrenden Verhandlungen für das private Versicherungsgewerbe konnte sich die ver.di-Verhandlungskommission mit dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen (AGV) in der Nacht zum Samstag, den 02. April 2022, gegen 2.30 Uhr auf ein Tarifergebnis verständigen.

Der Einigung waren massive Streiks in zahlreichen Versicherungsunternehmen vorausgegangen.

Das Ergebnis im Überblick

  • Gehaltserhöhung in zwei Schritten
    3,0 Prozent zum 01.09.2022, weitere
    2,0 Prozent zum 01.09.2023
  • Einmalzahlungen
    550 Euro im Mai 2022
    500 Euro im Mai 2023
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütung in zwei Schritten
    50 Euro mehr zum 01.09.2022, weitere
    50 Euro zum 01.09.2023
  • Einmalzahlungen für Auszubildende
    300 Euro im Mai 2022
    250 Euro im Mai 2023
  • Bezahlung von Überstunden in Teilzeit
    Ab dem 01.10.2022 bekommen Teilzeitbeschäftigte Überstundenzuschläge beim Überschreiten der individuell vereinbarten Regelarbeitszeit.
  • Rückkehrrecht zur Vollzeit
    Vereinbart wurde eine Verhandlungsverpflichtung zur Regelung eines Rückkehrrechts von Teilzeit auf Vollzeit (wenn die gesetzlichen Brückenteilzeitregelungen nicht greifen).
  • Übernahme von Auszubildenden
    Vor dem 30.06.2022 muss eine Vereinbarung zur Übernahme der Auszubildenden erzielt werden.
  • Laufzeit
    26 Monate (01.02.2022 bis 31.03.2024)
  • Die Tarifvereinbarungen zu Altersteilzeit und Arbeitszeitkorridor sind verlängert worden.

Unser Fazit

Dieses Ergebnis ist ein Abschluss im Rahmen der gewerkschaftlichen Möglichkeiten in diesen schwierigen Zeiten. Und es ist Ausdruck der aktuellen Machtverhältnisse in der Tariflandschaft Versicherungen.

Die Tarifverhandlungen wurden deutlich erschwert durch die aktuelle Entwicklung der Verbraucherpreise. Wir wollten diese Belastung durch die Arbeitgeberseite abgemildert haben.

„Als Verhandlungsführerin ist für mich unverständlich, dass die Versicherungsunternehmen ihre Beschäftigten mit den ökonomischen Folgen der derzeitigen Krise alleine lassen. Die Geschäftsergebnisse hätten ein wertschätzenderes Ergebnis zugelassen!“

Martina Grundler, ver.di-Verhandlungsführerin

Der finanzielle Ausgleich von Überstunden für Teilzeitbeschäftigte ist ein gutes Ergebnis, das in der deutschen Tariflandschaft Alleinstellungscharakter hat. Diese Regelung ist ein wichtiger Schritt zu mehr Gleichbehandlung von Teilzeitbeschäftigten in der Branche.

Abwehren konnten wir außerdem die Arbeitgeberforderungen zu Veränderungen im Manteltarifvertrag aus den letzten beiden Verhandlungen: Es wird keine erzwingbare Betriebsvereinbarung zur Samstagsarbeit geben und auch keine Herausnahme der ÜT-Beschäftigten aus der Arbeitszeiterfassung!

Für einen guten Tarifabschluss braucht es Druck und Bewegung in den Unternehmen. Deswegen danken wir allen Kolleginnen und Kollegen, die uns auf der Straße und im Homeoffice unterstützt haben!

Unsere Streiks und Aktionen zur dritten Verhandlung

Am 31. März und am 01. April 2022 fanden bundesweit Streiks und Aktionen statt. 

Am 31.03. wurden diese Aktionen live und in Farbe aus Berlin, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart und Wiesbaden ins Internet übertragen. Wer sich gerne alles noch einmal anschauen möchte, kann das hier tun: Das war der bundesweite Videoaktionstag am 31. März 2022

Am 01.04. fanden die Streiks vor allem in NRW statt. Protestiert wurde vor dem Ort der Verhandlungen, am Provinzialplatz in Düsseldorf. Eine Aufzeichnung der Sendung gibt es hier: Protest vor dem Austragungsort der dritten Verhandlungsrunde

Aktiv bleiben!

Ob es in künftigen Verhandlungen weitere Zugeständnisse der Arbeitgeberseite gibt, kommt auf Sie an: Werden Sie Mitglied und unterstützen Sie aktiv unsere gemeinsamen Forderungen! Sprechen Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen darüber! Stärken Sie uns den Rücken und organisieren Sie sich mit den vielen tausenden Kolleginnen und Kollegen in Ihrer Gewerkschaft ver.di!

Diese Tarifinfo gibt es hier auch als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen.

Solidarische Grüße von der INTER Versicherungsgruppe

Eine Delegation der Streikenden der INTER Versicherungsgruppe in Mannheim sendet solidarische Grüße an die Tarifkommission nach Düsseldorf. In Mannheim streiken heute die Kolleg*innen der INTER und der ERGO, überwiegend virtuell, um deutlich zu machen, dass sie hinter den Forderungen von ver.di stehen

Protest vor dem Austragungsort der 3. Verhandlungsrunde!

Heute haben um die 150 Beschäftigte aus der Versicherungsbranche der Kälte getrotzt und stellvertretend für die 1900 Streikenden im Home Office ihren Forderungen vor der Provinzial in Düsseldorf Nachdruck verliehen. Der Streik wurde live und in Farbe ins Internet übertragen.

Hier die Aufzeichnung:


ComTS: 2-tägiger digitaler Streik

Kein Aprilscherz – knapp über dem neuen Mindestlohn, es gibt 2 Cent mehr, liegt das Einstiegsgehalt bei den ComTS-Gesellschaften. Verhandlungen mit ver.di lehnt die Arbeitgeberseite weiter kategorisch ab.

Nur verständlich, dass der Unmut der Kolleginnen und Kollegen groß ist. Das haben sie nun deutlich gemacht bei einem erstmals flächendeckenden 2-tägigen Streik. In der gemeinsamen digitalen Streikkundgebung wurde deutlich, dass es neben dem Gehalt auch um weitere wichtige Themen geht, bspw eine tarifliche Arbeitsplatz- und Standortsicherheit und dem Ende der Abruf-Arbeitsverträge. Die Kolleginnen und Kollegen sind bereit zu weiteren Streiks, wenn die Arbeitgeber weiterhin nicht auf ihre berechtigten Forderungen eingehen.

Leipzig und Erfurt: Commerzbank, Ergo und Allianz gemeinsam im Streik!

In Leipzig versammelten am 31.03.2022 rund 50 Kolleginnen und Kollegen der Commerzbank Leipzig und Erfurt solidarisch mit den Allianz und der Ergo bei kalten 4 Grad. Auf dem Thomaskirchhof, direkt vor der Filiale der Commerzbank war die Stimmung trotz der eisigen Temperaturen klasse. Ziel ist den Druck auf die Arbeitgeber, kurz vor der Verhandlungsrunde der Versicherer zu erhöhen.


Einige Filialen der Commerzbank blieben zudem geschlossen, was zeigt, was die Kolleginnen und Kollegen von den Angeboten der Arbeitgeber halten. Zwei Tarifrunden, eine Gemeinschaft. GEMEINSAM stark für gute Tarifverträge!

Mit Livestream: NRW steigt in Streiks ein

Am 01. April 2022 sind die Beschäftigten aus dem Versicherungsbereich in NRW zum Streik aufgerufen.

Die Streikkundgebung findet von 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr auf dem Provinzialplatz in Düsseldorf statt. Die Provinzial in Düsseldorf ist Gastgeberin der dritten Verhandlungsrunde, die Verhandlungsführenden der Arbeitgeber*innen bekommen bei ihrer Anreise also ein starkes Signal vor die Tür gesetzt.

Für alle, die leider nicht vor sein können übertragen wir das ganze Live und in Farbe nämlich genau hier und zwar

von 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr

WICHTIGE HINWEISE
für alle Kolleginnen und Kollegen, die in den Arbeitskampf treten
:

Streike nur dann, wenn dein Betrieb ausdrücklich zum Streik aufgerufen wird. Wenn du unsicher bis wende dich an deine ver.di-Ansprechpartner*innen im Betrieb oder an die örtliche ver.di-Geschäftsstelle: https://www.verdi.de/wegweiser/verdi-finden

Streik im Homeoffice
Wenn du zu einem Streik aufgerufen bist, aber es nicht zu einer Kundgebung schaffst, weil du eigentlich im Homeoffice arbeitest, dann lass den Dienst-Laptop einfach aus und streike aus dem Arbeitszimmer.

Es besteht keine Verpflichtung, sich beim Arbeitgeber zu melden bzw. abzumelden. Am besten ist, nicht erreichbar zu sein. Nach Streikende kann der Arbeitgeber im Bedarfsfall von Beschäftigten zu Abrechnungszwecken eine Klarstellung hinsichtlich der Streikbeteiligung und des zeitlichen Umfangs verlangen.

STREIKGELD

r ver.di-Mitglieder die ab dem 01.02.2022 ver.di Mitglied sind, wird Streikunterstützung gezahlt. Entsprechende Antragsformulare können bei den bekannten ver.di-Mitgliedern oder über die ver.di-Betriebsgruppe im Betrieb angefordert werden.
Die ausgefüllten und unterschriebenen Antragsformulare können über den gleichen Weg zurückgegeben werden oder an die ver.di-Geschäftsstelle (https://www.verdi.de/wegweiser/verdi-finden), bei der die Mitgliedschaft geführt wird, gesendet werden.

Das war der bundesweite Videoaktionstag am 31.03.22. Morgen geht es weiter ;-)

Das war heute ein bunter, vielfältiger und kämpferischer bundesweiter Aktionstag in der Tarifrunde Versicherungen. Und das Beste ist, morgen geht es weiter, nämlich in NRW direkt vor dem Verhandlungshotel.

Wer mag, kann aber hier nochmal die die ganze Sendung von Heute (oder auch einzelne Teile) verfolgen. Viel Spaß damit!

Start in die Sendung 2:39 mit Moderation durch Carina Wienhold von der Provinzial Versicherung, Kiel sowie Moritz Braukmüller, ver.di Gewerkschaftssekretär, Hannover

Stuttgart 7:37, Hannover 11:13 und 1:10:43, Hamburg 13:36 und 1:19:48 ,, Statement Tanja Friedrich, Mitglied der Tarifkommission, UKV Saarland, 18:55, Nürnberg 22:45, Leipzig 26:33, Wiesbaden 32:03, Karlsruhe 36:25, Berlin 43:05, München 51:58, Interview Martina Grundler, ver.di Verhandlungsführerin, 1:01:10, Dirk Grüters, Mitglied der Tarifkommission, ERGO Group AG Düsseldorf 1:15:03, Abmoderation 1:23:33

WICHTIGE HINWEISE
für alle Kolleginnen und Kollegen, die in den Arbeitskampf treten
:

Streike nur dann, wenn dein Betrieb ausdrücklich zum Streik aufgerufen wird. Wenn du unsicher bis wende dich an deine ver.di-Ansprechpartner*innen im Betrieb oder an die örtliche ver.di-Geschäftsstelle: https://www.verdi.de/wegweiser/verdi-finden

Streik im Homeoffice
Wenn du zu einem Streik aufgerufen bist, aber es nicht zu einer Kundgebung schaffst, weil du eigentlich im Homeoffice arbeitest, dann lass den Dienst-Laptop einfach aus und streike aus dem Arbeitszimmer.

Es besteht keine Verpflichtung, sich beim Arbeitgeber zu melden bzw. abzumelden. Am besten ist, nicht erreichbar zu sein. Nach Streikende kann der Arbeitgeber im Bedarfsfall von Beschäftigten zu Abrechnungszwecken eine Klarstellung hinsichtlich der Streikbeteiligung und des zeitlichen Umfangs verlangen.

STREIKGELD

r ver.di-Mitglieder die ab dem 01.02.2022 ver.di Mitglied sind, wird Streikunterstützung gezahlt. Entsprechende Antragsformulare können bei den bekannten ver.di-Mitgliedern oder über die ver.di-Betriebsgruppe im Betrieb angefordert werden.
Die ausgefüllten und unterschriebenen Antragsformulare können über den gleichen Weg zurückgegeben werden oder an die ver.di-Geschäftsstelle (https://www.verdi.de/wegweiser/verdi-finden), bei der die Mitgliedschaft geführt wird, gesendet werden.

Streik bei der Commerzbank Dortmund

Auch weiter keine Bewegung am Tariftisch der privaten Banken. In der gesamten Republik finden deswegen in dieser Woche zahlreiche Streikaktionen statt.

Auch bei der Commerzbank Dortmund stehen – pünktlich zum Ultimo – heute und Morgen die Zeichen auf Streik, das Kreditbearbeitungscenter wird sogar seit dem gestrigen Mittwoch schon bestreikt.

In der digitalen Streikkundgebung machte Angelika Hoenen aus Dortmund deutlich:

„Nach 4 Verhandlungsrunden ist kaum Bereitschaft zur Annäherung auf Seiten der Arbeitgeber feststellbar. In Zeiten steigender Inflation und in denen unsere Kolleginnen und Kollegen für die Stabilität der Commerzbank sorgen, ist das nur noch beschämend“.

Mehrtägige Warnstreiks in den Hamburger Finanzinstituten

In dieser Woche sind Beschäftigte des privaten Bankgewerbes und der öffentlichen Banken aufgerufen, in mehrtägige Warnstreiks zu treten. Bei den öffentlichen Banken ruft ver.di die Beschäftigten der Hamburger Sparkasse vom 29. März – 31. März  auf, zu streiken. Im privaten Bankgewerbe treten die Beschäftigten der Commerzbank und Deutsche Bank vom 30. März – 01. April und der UniCredit am 31. März und am 01. April in Warnstreik.

Alexandra Luerssen, Gewerkschaftssekretärin ver.di Hamburg„Seit Monaten  warten die Beschäftigten in den Banken auf einen Tarifabschluss. Beide Arbeitgeberverbände haben bisher viel zu wenig angeboten. Eine Annahme der derzeitigen Angebote würde für die Beschäftigten massive Reallohnverluste bedeuten. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber Verantwortung übernehmen und für ihre Beschäftigten, in dieser extrem unsicheren Zeit, da sind.“

Bei den öffentlichen Banken findet am 31. März die bereits 6. Verhandlungsrunde statt. Bei den privaten Banken gibt es es bisher keinen weiteren Verhandlungstermin.  

Alexandra Luerssen weiter: „In den privaten Banken müssen wir mittlerweile mit unseren Mitgliedern ernsthaft darüber sprechen, ob wir unseren Flächentarifvertrag halten können. Und auch unseren Manteltarifvertrag sehen wir in der Folge als gefährdet an. Jetzt müssen wir alles dafür tun, die Arbeitgeber zurück an den Verhandlungstisch zu bewegen.“

Hintergrund sind die seit Monaten parallel laufenden Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband private Banken und dem Verband der öffentlichen Banken. Beide Arbeitgeberverbände (AGV und VÖB) legten in ihren letzten Verhandlungsrunden zu geringe Angebote vor.

Aufgrund der monatelang herrschenden Funkstille zwischen ver.di und dem AGV (private Banken) legte ver.di als Kompromissvorschlag ein gekürztes Angebot vor, das eine Corona Prämie von 1500 € (600 € für Nachwuchskräfte) vorsah, eine Erhöhung der Entgelte von 3,5% rückwirkend zum 1.1.2022 und 2,5 %  zum 1.1.2023. Laufzeit: 24 Monate. Der Arbeitgeberverband hielt an seinem letzten Angebot fest, das neun Nullmonate, 1,2 Prozent ab April 2022, 1,0 Prozent ab April 2023 und 1,0 Prozent ab April 2024 vorsah. Außerdem brach er daraufhin die Verhandlung ab.

Das letzte Angebot des VÖB (öffentliche Banken) sah 3 % ab dem 1.11.2022 bei einer Laufzeit von 36 Monaten vor, sowie 750 € Corona Prämie, einmalig zwei zusätzliche freie Tage in 2023 und die Senkung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 38 Stunden ab 2024. Die Erhöhungen der Entgelte lägen damit pro Jahr bei knapp 1 %, errechnete die Dienstleistungsgewerkschaft. ver.di forderte 4,5% für 12 Monate (min. 150€) und Regelungen u.a. zu mobilem Arbeiten und Entlastungen.

Am 29. und 30. März  2022 wird es virtuelle Streikversammlungen geben und am 31. März  gemeinsam mit den Hamburger Versicherungen eine Demo (Route vom Besenbinderhof ab 09:30 Uhr  zum Großneumarkt/ca. 10:30 Uhr) mit Abschlusskundgebung.