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Deine Rechte im Streik

Bild: ver.di

Der Streik ist ein Grundrecht zur Durchsetzung unserer Forderungen (Art. 9 Abs. 3 des Grundgesetzes).

Eine Abfrage des Arbeitgebers vor dem Streik ist nicht zulässig. Nach dem Streik darf er dies zu Abrechnungszwecken tun. Hier bitten wir euch etwaige Anfragen wahrheitsgemäß zu beantworten, auch wenn diese bspw. über das Intranet gestellt werden.

Die streikbedingte Freistellung der Arbeitspflichten erstreckt sich auch auf die „Nebenpflicht“ der Bedienung eines elektronischen Zeiterfassungssystems. Während eines ganztägigen Streiks stempelt ihr euch also gar nicht erst ein.

In seltenen Ausnahmefällen vereinbart ver.di sogenannte Notdienstvereinbarungen, um z.B. in Krankenhäusern eine Grundbesetzung für Notfälle und/oder wichtige Operationen sicherzustellen. Eine solche Vereinbarung gibt es bei der Atruvia AG nicht.

Während des Streiks ruht das Arbeitsverhältnis. Arbeitnehmer*innen brauchen in dieser Zeit keine Arbeitsleistung zu erbringen und unterliegen nicht dem Direktionsrecht des Arbeitgebers. Ein Anspruch auf Arbeitsentgelt besteht für die Dauer des Streiks nicht. Gewerkschaftsmitglieder erhalten für Streiks ab 4 Std. Streikunterstützung.

Die Teilnahme an einem rechtmäßigen Streik stellt keine Verletzung des Arbeitsvertrags dar. Maßregelungen durch den Arbeitgeber wegen der Teilnahme an einem Streik sind verboten! Der bestreikte Arbeitgeber darf streikende Arbeitnehmer*innen nicht abmahnen oder sogar kündigen! Nach Ende des Streiks besteht ein Anspruch auf Weiterbeschäftigung.

Die Anordnung von Überstunden aus Anlass der Teilnahme am Streik ist rechtswidrig und unwirksam.

Eine Verpflichtung zur Nacharbeit der durch den Streik ausgefallenen Arbeitsstunden besteht nicht.

Am Streiktag und auch vorher ist die Streikleitung unter 0160/5575500 telefonisch erreichbar. Sollte es Rückfragen oder sonstige Hinweise geben – zögert nicht, ruft an!

Das Flugblatt zu den Streikrechten findet ihr hier.

4. Verhandlungsrunde ohne Abschluss

Bild: ver.di

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auch die vierte Verhandlungsrunde endete leider erneut ohne Abschluss.
Erst einmal die gute Nachricht: Unser Streik hat Wirkung gezeigt, der Arbeitgeber hat uns nach zähen Sondierungen ein neues Angebot vorgelegt.
Leider ist das nur ein Wermutstropfen, da sich das neue Angebot nur geringfügig verbessert hat.

Das Angebot im Überblick:

  • +1,9% ab dem 1. Juli 2021
  • +1,7% ab dem 1. September 2022
  • Laufzeit 1. Juli 2021 – 31. Oktober 2023 (28 Monate)

Was hat uns zur Entscheidung gebracht, das Angebot der Arbeitgeberseite abzulehnen?

In den vergangenen Wochen haben wir wiederholt darauf hingewiesen, dass der diesjährige Tarifabschluss die prognostizierte Jahresinflation ausgleichen muss. Die Preise für diverse Ausgaben (insbesondere Energie) steigen und dabei müssen die Einkommen mithalten. Mit dem vorliegenden Angebot hätten wir das nicht erreicht. Umgerechnet auf 12 Monate bedeutet das vorliegende Angebot eine Steigerung von ca. 1,6% pro Jahr. Das Statistische Bundesamt geht für 2021 von einer Jahresinflation von rund 2,4% aus. Das Delta zwischen der Jahresinflation und dem Angebot ist also noch viel zu groß und würde eine Reallohnsenkung nach sich ziehen.

Im Vergleich zu unserer ursprünglichen Forderung von 4,5% sind wir dem Arbeitgeber bereits deutlich entgegengekommen. Wir verzichten auf eine Umverteilungskomponente, auf eine Kompensation von Produktivitätszuwächsen und auch auf einen Ausdruck von Wertschätzung.
Nach vielen Stunden Verhandlung wurde deutlich, dass die Arbeitgeberseite auch in der 4. Verhandlungsrunde nicht bereit ist, das Delta zu schließen. Daher war die Konsequenz, die Verhandlungsrunde ergebnislos zu beenden.

Im Rahmen der Verhandlungen wurde uns die Frage gestellt, ob wir ernsthaft an einer Einigung interessiert sind. Die Arbeitgeberseite suggeriert, dass wir hier aktuell nicht die echten Bedürfnisse der Beschäftigten verhandeln, sondern dass Organisationsinteressen unser Handeln leiten. Diese Annahme ist natürlich falsch. Wir sagen, was wir tun und tun, was wir gesagt haben. Wir möchten, dass die Einkommen stabil bleiben und nicht von der Inflation aufgefressen werden – nicht mehr und nicht weniger. Dafür stehen wir alle gemeinsam ein!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, nach 4 Verhandlungsrunden stellen wir also fest – an einem Inflationsausgleich ist die Atruvia AG, euer Arbeitgeber, aktuell nicht interessiert. Unser erster Streik der Unternehmensgeschichte hat dennoch zu einem verbesserten Angebot geführt. Jetzt gilt es unser Ziel weiter im Blick zu halten – das jetzige Gehaltsniveau darf auf keinen Fall abgesenkt werden. Damit das gelingen kann, sind weitere Streikmaßnahmen unausweichlich. Deswegen – beteiligt euch weiter an Aktionen und Streiks und macht damit deutlich, dass wir gemeinsam geschlossen stehen. Nur so werden wir zum Erfolg kommen.

Unser aktuelles Flugblatt gibt es hier

Getrennt verhandeln gemeinsam Kämpfen


Wow! Das war beeindruckend!
Aschheim, Berlin, Bremen, Dresden, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Leipzig, Ludwigsburg, München, Münster, Nürnberg, Regensburg und Stuttgart!

Private Banken, öffentliche Banken, Atruvia AG, ComTS und Commerzbank AG! NORD/LB, Bausparkasse Wüstenrot, LBBW, LBS Nord, Deutsche Bank AG, UniCredit Bank und UniCredit Services,

Überall haben wir an unserem bundesweiten Aktionstag gezeigt: Wir sind bereit für die kommenden Auseinandersetzungen mit den Arbeitgebern. Getrennt verhandeln, gemeinsam Kämpfen!
Unser Motto: #wirfürtarif

Zum Nachschauen hier nochmal der ganze Aktionstag im Video:

Moderation: Deniz Kuyubasi, ver.di Fachbereich Finanzdienstleistungen und Timo Heider, Vorsitzender Fachgruppe Bankgewerbe

Argumente reichen nicht mehr

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

In der letzten Verhandlungsrunde wurde klar: Argumente allein reichen nicht, um den Arbeitgeber von einem Tarifabschluss zu überzeugen, der unseren Ansprüchen gerecht wird.
Wir hatten in den Verhandlungen den Eindruck, dass sich der Arbeitgeber recht sicher ist, mit seiner Haltung durchzukommen. Gemeinsam müssen wir nun deutlich machen, dass seine Rechnung nicht aufgeht.

Überzeugen können den Arbeitgeber nur engagierte Beschäftigte, die sich für faire Gehaltssteigerungen stark machen. Zuschauen allein reicht nicht mehr. Ohne euer Engagement wird es keine weitere Verbesserung geben!

Für unsere Forderungen

  • Steigerung der Gehälter und Ausbildungsvergütung um 4,5 Prozent
  • Ausstattungsbudget für freiwillige mobile Arbeit in Höhe von 750 Euro (alle 5 Jahre)
  • Erhöhung des Mietkostenzuschusses für Auszubildende
  • Anspruch auf Eingruppierung bei nachträglichem Absolvieren des BA Studiums

rufen wir deshalb die Beschäftigten

der Atruvia AG
an den Standorten Münster, München und Karslruhe
am 28.09.2021
von 11:30 bis 14:30 Uhr

zum Streik auf.

Wir stellen ihnen hier die Streikaufrufe für die Streiks am 28.09.2021 zur Verfügung.

München
Münster
Karlsruhe

In diesem Zusammenhang laden wir die ver.di Mitglieder am Montag, 27. September, ab 17 Uhr zu einer standortübergreifenden offenen Mitgliederversammlung ein. Dort erhaltet Sie einen kurzen Rückblick über die zurückliegende dritte Verhandlungsrunde. Die Zugangsdaten erhalten Sie bei Ihren ver.di Ansprechpartner*innen vor Ort.

WICHTIGE HINWEISE ZUM STREIK: Bitte streiken Sie nur dann, wenn Sie an dem Standort beschäftigt sind der zum Streik aufgerufen wird. Bitte streiken Sie nur in dem Zeitraum zu dem zum Streik aufgerufen wird.

Verbreiten Sie keine Streikaufrufe über Ihre dienstlichen E-Mail Accounts und drucken Sie  diese auch nicht über dienstliche Geräte aus!

On-Air am 28.09.2021 (11:30 bis 13:30 Uhr)

Unsere Branche ist in Bewegung! Mit einem großen bundesweiten Aktionstag am 28.09.2021 wollen wir das zeigen!

In zahlreichen Städten finden an diesem Tag gleichzeitig Proteste, Aktionen und Streiks statt!

Wir schalten nach: Berlin, Bremen, Dresden, Hamburg, Hannover, Leipzig, Ludwigsburg, München, Münster, Nürnberg, Regensburg und Stuttgart!

Verhandlungsführer*innen aus verschiedenen Tarifbereichen kommen zu Wort, wir berichten über den Nachwuchskräftetarifvertrag bei den öffentlichen Banken und übermitteln internationale Grußworte von Kolleginnen und Kollegen aus Spanien.

Über unseren Chat können Sie sich mit ihren Fragen und Meinungen beteiligen. Wenn Sie nicht schon vor Ort an Aktionen oder Streiks teilnehmen, dann nehmen Sie sich die Zeit und seien Sie dabei


Hintergrund:
Die Tarifverhandlungen für die privaten und öffentlichen Banken endeten in dieser Woche abermals ohne eine Annäherung zwischen uns und den Arbeitgebern! Für beide Bereiche stehen die Zeichen nun auf STREIK!

Auch die Beschäftigten der ComTS kämpfen für einen Haustarifvertrag und bei der Atruvia AG (ehemals Fiducia & GAD IT AG) haben sich die Tarifverhandlungen so zugespitzt, dass es in den nächsten Wochen zu weiteren Aktionen und auch Streiks kommen wird! Wir alle kämpfen gemeinsam unter dem Motto #wirfürtarif für gute und wertschätzende Arbeitsbedingungen in der Finanzdienstleistungsbranche!

Faire Gehaltssteigerungen sind ein Muss!

Tarifaktion der Atruvia-Beschäftigten

Foto: ver.di/Kevin Voß

Nach dritter Verhandlungsrunde wird klar: Ohne Druck geht nichts mehr!

Am 16. September 2021 fand die dritte Verhandlungsrunde für die rund 4.600 Beschäftigten der Atruvia statt. Zunächst einmal: Respekt und Anerkennung für eure vielfältige Unterstützung des Verhandlungsteams, für die zahlreichen Postkarten, die beachtlichen Rückmeldungen zu unserem ersten Diskussionsbeitrag und nicht zuletzt auch die lautstarke Begrüßung durch die Kolleginnen und Kollegen vor Beginn der Verhandlungen am Standort München! Das Statement war klar: Wir sind da und kommen wieder, wenn es sein muss!

Die Verhandlungen fanden in einem konstruktiven Klima statt, für ein Ergebnis am Verhandlungstisch reichte es aber weiterhin nicht. Der Unterschied zwischen euren Forderungen und dem Angebot des Arbeitgebers ist deutlich.

Das aktuelle Angebot des Arbeitgebers:

  • Erhöhung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 1,8 Prozent zum 1. Juli 2021 (für 17 Monate) und nochmals um 1,5 Prozent zum 1. Dezember 2022 (für elf Monate) bei einer Laufzeit bis zum 31. Oktober 2023 (insgesamt 28 Monate)
  • Erhöhung des Mietkostenzuschusses für Azubis
  • Verhandlungsvereinbarung für eine neue betriebliche Altersversorgung

Die ver.di-Forderungen noch einmal im Überblick:

  • Steigerung der Gehälter und Ausbildungsvergütung um 4,5 Prozent
  • Ausstattungsbudget für freiwillige mobile Arbeit in Höhe von 750 Euro (alle fünf Jahre)
  • Erhöhung des Mietkostenzuschusses für Azubis
  • Anspruch auf Eingruppierung bei nachträglichem Absolvieren des BA-Studiums
  • Harmonisierung und Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge

Sowohl den Eingruppierungsanspruch für ein nachgeholtes Studium als auch das Ausstattungsbudget lehnt der Arbeitgeber ab. Zu Letzterem bot er uns im Laufe dieser Verhandlungsrunde eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro (Teilzeitbeschäftigte anteilig, 200 Euro für Auszubildende und dual Studierende) als Einmalzahlung nur für die aktuell Beschäftigten an.

Am Ende kam eine Bewegung in die lineare Erhöhung nur bei vorausgesetztem Verzicht auf Ausstattungsbudget bzw. Corona-Prämie zustande. Mit dieser Zahlung würde die lineare Erhöhung der Gehälter im Angebot noch einmal geringer ausfallen.

Faire Gehaltssteigerungen sind ein Muss

Einen besonderen Fokus hat das ver.di-Verhandlungsteam auf die Gehaltssteigerungen gelegt. Die vielen Rückmeldungen unserer Mitglieder sind sehr klar. Inflationsausgleich und Wertschätzung sind die Anforderungen an ein tragfähiges Ergebnis.

Auf folgenden hochgerechneten Jahreswerten für die Inflation basiert unsere Argumentation:

BundesbankStatista
2021
2,6 Prozent2,4 Prozent
2022
1,8 Prozent1,7 Prozent
2023
1,7 Prozent
Hochgerechnete Jahreswerte zur Inflation in Deutschland

Mit dem Angebot ist das Minimalziel „Ausgleich der Inflationsrate“ nicht erreicht. Nach wie vor erwartet der Arbeitgeber, dass wir einen Reallohnverlust hinnehmen. Und warum? Weil andere auch nicht höher abgeschlossen hätten. Das Angebot passe in die Landschaft. Und weil er es kann?

Argumente reichen nicht mehr

Auch nach weiteren langen Verhandlungen wurde klar: Argumente allein reichen nicht, um den Arbeitgeber von einem Tarifabschluss zu überzeugen, der diesen Ansprüchen gerecht wird.

Wir hatten in den Verhandlungen den Eindruck, dass sich der Arbeitgeber recht sicher ist, damit durchzukommen. Gemeinsam müssen wir nun deutlich machen, dass diese Rechnung nicht aufgeht.

Überzeugen können den Arbeitgeber nur engagierte Beschäftigte, die sich für faire Gehaltssteigerungen stark machen. Die ver.di-Tarifkommission bereitet im Moment Beteiligungsmöglichkeiten vor, die es ermöglichen, eure Meinung kundzutun. Hier auf unserer Website findet ihr heute schon einige Materialien über eure Rechte bei gewerkschaftlichen
Aktionen.

Dies sei jetzt schon deutlich angekündigt: Zuschauen allein reicht nicht mehr. Ohne euer Engagement wird es keine weitere Verbesserung geben!

Wie könnt ihr uns unterstützen und euch beteiligen?

Stark machen könnt ihr euch, indem ihr euch an den bevorstehenden Aktionen beteiligt und ver.di-Mitglied bleibt oder werdet!

Aktion „Wir zeigen uns für einen guten Tarifabschluss“

Macht mit, ladet ein Foto hoch und sendet eine Botschaft Richtung Vorstand! Teilnahme und weitere Infos auf www.wir-für-tarif.de/fiducia-u-gad. Eurer Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, wie ihr an den bisher hochgeladenen Bildern eurer Kol­leginnen und Kollegen sehen könnt!

Diese Tarifinfo an Kolleginnen und Kollegen verteilen

Farbe bekennen in Teams-Meetings

Für digitale Meetings in MS-Teams stellen wir euch Hinter­grundbilder und Profilicons mit Inhalten rund um unsere Kampagne „Wir für Tarif“ zur Verfügung. Fragt dazu gerne bei eurer Betriebsgruppe vor Ort oder unter fidi@verdi.de nach!

Wenn nicht jetzt, wann dann? Gemeinsam sind wir stark – gemeinsam in ver.di!

Nur mit starker Unterstützung aus den Betrieben können wir unsere Tarifforderungen auch in Zukunft durchsetzen. Je mehr Beschäftigte ver.di-Mitglied sind, umso größer wird unsere gemeinsame Durchsetzungskraft.
Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?
Jetzt aber los – für weiterhin gute Tarife bei der Atruvia!

Ich will mehr Infos zu ver.di!

Die Transformation der Banken kann nur gemeinsam gelingen

Foto: Kay Herschelmann

Ein Beitrag von Jan Duscheck in der Börsenzeitung vom 20.08.2021. Jan Duscheck ist ver.di-Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe und Verhandlungsführer in den Tarifrunden für die privaten und öffentlichen Banken.

Bis vor Kurzem galt die Beschäftigung in einer Bank als krisensicher und gut bezahlt. Heute sieht das anders aus: Über einhunderttausend Arbeitsplätze sind seit 2011 in einer Branche verschwunden, die wie andere um Konsolidierung ringt und mitten in der digitalen Transformation steckt. Verdi kämpft gemeinsam mit den Personal- und Betriebsräten dafür, dass in diesem Umbau möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben und unvermeidbarer Personalabbau so gestaltet wird, dass niemand gegen seinen Willen gehen muss.

Das gelingt häufig durch Vorruhestands- oder Abfindungsprogramme, die gerade von älteren Beschäftigten gern angenommen werden, auch weil sich die Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren durch zunehmende Konzentration und Schließungen verschlechtert haben. Stärkere Arbeitsverdichtung, dysfunktionale IT-Systeme und weiter steigender Vertriebsdruck sorgen für Unmut. Gleichzeitig hat die Corona-Pandemie die Digitalisierung der Branche beschleunigt.

War mobiles Arbeiten im Homeoffice zuvor das Privileg weniger, musste es nun kurzfristig in der Breite umgesetzt werden. Und es zeigt sich: Erfolgreiche digitale Transformation ist nicht so sehr eine Frage von Prozessen und Ausstattung, sondern in ihrem Mittelpunkt steht die Ausgestaltung der zukünftigen Arbeitsbedingungen.

In diesem Umfeld haben sich die Bankenarbeitgeber von gemeinsamen Tarifverhandlungen verabschiedet. Verdi  verhandelt die Arbeitsbedingungen der Branche erstmals seit 1972 mit zwei Verhandlungspartnern getrennt: mit dem Arbeitgeberverband der privaten Banken einerseits  und dem Verband der öffentlichen Banken andererseits. Dabei geht es um die Zukunft der Arbeit: Insbesondere die Themen Entlastung und Ausgestaltung der digitalen Transformation müssen alle Beteiligten gemeinsam aktiv angehen.

Zudem gibt es noch offene Themen aus der Vergangenheit. Einigkeit herrscht etwa darüber, dass der geltende Tarifvertrag die heutige Arbeitsrealität nur unzureichend abbildet. Das zeigt sich etwa in der Entgeltstruktur, die im Alltag für Personaler und Arbeitnehmervertretungen  eine einfache Vergleichbarkeit und Bewertung von Tätigkeiten ermöglichen soll. In ihr finden sich aber nach wie vor keine Programmierer/-innen oder Datenanalysten/-innen, dafür noch Fernschreiber/-innen oder Band- und Magnetplattenverwalter/-innen. Der Überarbeitungsbedarf ist allen Seiten bewusst, eine Einigung auf eine neue Struktur scheiterte in der Vergangenheit jedoch immer wieder an Kostenfragen.

Personalabbau zur Kostensenkung kann kein Zukunftsprogramm sein. Vorschläge der Gewerkschaft ritualisiert abzulehnen, hilft ebenfalls nicht, um in die neue Zeit zu kommen.

Jan Duscheck, ver.di-Verhandlungsführer für die Tarifrunden privates und öffentliches Bankgewerbe

Es ist erkennbar, dass sich die beiden Arbeitgeberverbände 2021 unterschiedlich aufstellen. Während der AGV Banken für die Privatbanken wie gewohnt erst einmal alle eingebrachten Forderungen mit Blick auf die Überforderung der eigenen Mitgliedsunternehmen in puncto Kosten und Organisation ablehnt, positioniert sich der Verband der öffentlichen Banken mit Gesprächsbereitschaft sowie eigenen Themen. Auch wenn uns nicht alle Ideen gefallen, ist hier der grundsätzliche Wille erkennbar, Tarifpolitik aktiv zu gestalten.

Drei Themen stehen aus unserer Sicht in beiden Tarifbereichen in der Tarifrunde im Vordergrund: Erstens eine angemessene Gehaltserhöhung. Obwohl es längst nicht mehr nur ums Geld geht, bleibt die Erhöhung der Gehälter mit Blick auf steigende Anforderungen an die Beschäftigten und der Inflationsentwicklung zentral. Abgesehen von Ausnahmen wie bei Investmentbankern hinkt die Gehaltsentwicklung im Bankwesen seit Jahren der allgemeinen Entwicklung der Tarifgehälter in Deutschland hinterher. Gleichzeitig ist die Inflation zuletzt auf bis zu 3,8 % und damit auf den höchsten Wert seit 13 Jahren gestiegen. Die Abschlüsse der  vergangenen Jahre können deswegen keine Richtschnur für die Verhandlungen sein.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Börsenzeitung, 20.08.2021

Zweitens geht es um flexiblere Arbeitszeitgestaltung und eine Entlastung der Beschäftigten. Hier gibt es aus unserer Sicht einen praktikablen Vorschlag. Er besteht im Wahlrecht zwischen einer Gehaltserhöhung in Form von mehr Geld oder mehr freier Zeit. Ohne zusätzliche Kosten können hiervon beide Seiten profitieren. Die Beschäftigten können mit diesem wichtigen Baustein ihre Arbeits- und Lebenszeit individueller gestalten und die Arbeitgeberseite erhält ein weiteres Instrument, um  bei gleichzeitiger Beschäftigungssicherung das Arbeitsvolumen zu reduzieren.

Der dritte Schwerpunkt ist der Anspruch auf mobiles Arbeiten an bis zu drei Tagen pro Woche. Dies entspricht dem Wunsch der Beschäftigten in der Branche. Mehr Homeoffice bedeutet nicht zuletzt, dass den Unternehmen durch den geringeren Bedarf an Büroflächen finanzielle Vorteile entstehen. Es wäre nur fair, wenn diese nicht allein der Arbeitgeberseite zukommen, sondern zumindest teilweise an die Beschäftigten weitergegeben werden. Denn deren Nebenkosten dürften im Homeoffice deutlich steigen – bei immer höheren Energiepreisen kein zu vernachlässigendes Thema.

Es liegen große Herausforderungen vor den Tarifvertragsparteien. verdi  kann und will diese mitgestalten. Die Arbeitgeberseite ist gefragt, mit uns Lösungen für die Herausforderungen der Branche zu entwickeln.

Personalabbau zur Kostensenkung kann kein Zukunftsprogramm sein. Vorschläge der Gewerkschaft ritualisiert abzulehnen, hilft ebenfalls nicht, um in die neue Zeit zu kommen. Die erfolgreiche Transformation der Bankenbranche ist nur gemeinsam mit den Beschäftigten zu schaffen. Dass das gelingen kann, zeigt der Abschluss aus den letzten Tagen zwischen Verdi  und dem VÖB für die Nachwuchskräfte der öffentlichen Banken: Zukünftig profitieren dual Studierende vom Tarifvertrag der Branche und es gibt Regelungen für eine verbindliche Übernahme sowie zum Thema Nachhaltigkeit.

Jan Duscheck ist Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe bei der Dienstleistungsgewerkschaft verdi.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Börsenzeitung, 20.08.2021

Reallohnverlust eingeplant?

Auch die zweite Verhandlungsrunde endet ohne ein Ergebnis!

Am 15. Juli fand die zweite digitale Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der Fiducia & GAD IT AG statt. Nach einem kurzen Austausch über die Ergebnisse der ersten Verhand­lungsrunde legte die Arbeitgeberseite folgendes aktualisier­tes Angebot vor:

2. Angebot Fiducia & GAD IT AGForderung ver.di
Entgelt
Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro zum 01.08.21 als Coronaprämie (anteilig für Auszubildende, Teilzeitkräfte und Aushilfe)
Erhöhung aller Tabellen um 1,5% zum 01.10.21
Erhöhung aller Tabellen um weitere 1,5% zum 01.04.2023
Erhöhung der Einkommen um 4,5% (alle Tabellen im Entgelttarifvertrag)
Laufzeit
01.07.21 – 31.12.23 (30 Monate)01.07.21 – 30.06.22 (12 Monate)
Ausstattungsbudget
Ablehnung750 Euro Budget zur Ausstattung im Rahmen freiwilliger mobiler Arbeit
Weitere Themen
Erhöhung des Basisbudgets um 100 EuroKeine Forderung

Unsere Entgeltforderung beruht im Wesentlichen auf drei Aspekten:

  • Die Entwicklung der Einkommen hat für euch eine hohe Priorität, das konnten wir der Beschäftigtenbefragung entnehmen.
  • Die Inflationsrate wird für das laufende Jahr auf 2,1% und für 2022 auf ca. 2,0% geschätzt.
  • Der gestiegenen Arbeitsproduktivität.

Das vom Arbeitgeber vorgelegte zweite Angebot wird euren Forderungen nicht gerecht. Wir würden damit sogar einen Reallohnverlust akzeptieren! Das ist in unseren Augen keine Wertschätzung und entspricht nicht eurer vielfach vom Vorstand hervorgehobenen Leistung. 

Eine Einigung auf diesem Niveau ist völlig un­denkbar. Damit verkommt die vom Vorstand noch auf der Sommerklausur geäußerte Wert­schätzung für den Einsatz und die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen zur bloßen Worthülse.

Christiane Mild
Mitglied der Verhandlungskommission Münster

Von einem Unternehmen mit Rekordgewinn sollte man mehr erwarten können, als ein An­gebot unter Inflationsniveau. In Anbetracht der wirtschaftlichen Lage, der Inflation und der Produktivitätsstei­gerung ist eine Erhöhung von 4,5% gerechtfertigt und näher an einer Wertschätzung als der Reallohnverlust, der bisher an­geboten wurde.

Manuel Runge
Mitglied der Verhandlungskommission München

In der Diskussion um das Ausstattungsbudget kündigte die Arbeitgeberseite an, den Beschäftigten gebrauchte Büromö­bel aus dem Bestand des Unternehmens zur Verfügung zu stellen. Wir sind jedoch der Auffassung, dass dies nicht aus­reicht. Mit einem Ausstattungsbudget können die Beschäf­tigten passgenaue Ausstattung für ihre Wohnung ordern, denn nicht jeder hat ein eigenes Arbeitszimmer mit Platz für einen so großen Schreibtisch. Die Möglichkeit, gebrauchtes Mobiliar vom Unternehmen zu beziehen, sehen wir unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit natürlich als gute Idee, die man ergänzend in das Modell integrieren kann.

Neben dem Mobiliar ist in unseren Augen auch eine gute und ergonomische technische Ausstattung ein wichtiger Aspekt, also beispielsweise ein ausreichend großer zusätz­licher Bildschirm. Darüber hinaus möchten wir mit einem Ausstattungsbudget natürlich auch alle unterstützen, die sich bereits während der Pandemie auf eigene Rechnung ausgestattet haben. Der Arbeitgeber lehnt das Ausstattungsbudget weiterhin kategorisch ab und ist demnach nicht bereit, mit uns ein zu­kunftsfähiges Modell im Tarifvertrag zu vereinbaren.

Das Thema Mobile Arbeit hat in den letzten Monaten drastisch an Bedeutung gewonnen. Viele Beschäftigte haben sich auf ihre Kosten mit neuen Büromöbeln aus­gestattet. Es benötigt jetzt gute und klare Regelungen, damit Beschäf­tigte nicht alleine auf diesen Kosten sitzen bleiben.

Frederik Werning
Gewerkschaftssekretär

Auch die Betriebliche Altersversorgung (BAV), wurde in die­ser zweiten Verhandlungsrunde thematisiert. Hier zeichnet sich folgende Lösung ab: Im Rahmen der Entgelttarifver­handlungen könnten wir eine Verhandlungsverpflichtung vereinbaren. Gleichzeitig legen wir aber bereits einige Eck­punkte fest, wie beispielsweise den Wegfall der Altersgrenze und die Verkürzung der Wartezeit. Wichtig ist: Ansprüche aus bestehenden Verträge bleiben natürlich unangetastet!

Warum eine Verhandlungsverpflichtung? Wie verpflichten uns Verhandlungen zum Thema BAV erst nach den Entgelt­tarifverhandlungen aufzunehmen, da wir glauben, dass die Aushandlung eines neuen Systems zur BAV mehr Zeit braucht. Gleichzeitig möchten wir, dass ihr zeitnah eine Gehaltserhö­hung erhaltet. Es besteht zusätzlich das Risiko, dass der Arbeitgeber das Thema BAV finanziell an die Entgeltrunde koppelt und versucht, ggf. steigende Kosten für die BAV, mit einer schlechteren Gehaltsentwicklung zu kompensieren.

Wie geht es nun weiter?

Am 16. September findet der dritte Verhandlungstermin der aktuellen Entgeltrunde in München statt. Bis dahin braucht das Verhandlungsteam eure Unterstützung!

Wie könnt ihr uns unterstützen und euch beteiligen?

Aktion „Wir zeigen uns für einen guten Tarifabschluss“

Macht mit, ladet ein Foto hoch und sendet eine Botschaft Richtung Vorstand. Teilnahme und weitere Infos auf www.wir-für-tarif.de/fiducia-u-gad/. Eurer Kreativität sind dabei – wie an den bisher hochgeladenen Bildern eurer Kol­leginnen und Kollegen sehen könnt – keine Grenzen gesetzt.

Diese Tarifinfo an Kolleginnen und Kollegen verteilen

Farbe bekennen in Teams-Meetings

Für digitale Meetings in MS-Teams stellen wir euch Hinter­grundbilder und Profilicons mit Inhalten rund um unsere Kampagne „Wir für Tarif“ zur Verfügung. Fragt dazu gerne bei eurer Betriebsgruppe vor Ort oder unter fidi@verdi.de nach.

Tarifverhandlungen gestartet

ver.di, 1. Verhandlungsrunde öffentliche Banken

Liebe Kollegin, lieber Kollege,
am vergangenen Donnerstag (17. Juni 2021) fand die 1. Verhandlungsrunde für die ca. 4.600 Beschäftigten der Fiducia & GAD IT AG statt. Das ver.di-Verhandlungsteam startete mit den bekannten Forderungen in die Tarifverhandlungen. Auch die Arbeitgeberseite präsentierte ihre Vorstellungen.

ver.di ForderungArbeitgebervorstellungen
Erhöhung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen
um 4,5%.
2021: Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro
Erhöhungen der Gehälter und Ausbildungsvergütungen:
2022: ab 01.01. 1,5%
2023: ab 01.04. 1,5%
Laufzeit 01.07.21 – 31.12.23 (30 Monate)
Ausstattungsbudget in Höhe von 750 Euro für freiwillige mobile Arbeit alle 5 Jahrekeine Bereitschaft für eine Reglung im Tarifvertrag
Erhöhung der Mietkostenzuschüsse für Auszubildende / Dual Studierende mit Kopplung an den Mietpreisindex(noch) kein Angebot
Anspruch auf Eingruppierung in der Tarifgruppe 5 bzw. 6 nach nachträglicher Absolvierung eines BA-Studiums(noch) kein Angebot
Einführung einer harmonisierten betrieblichen AltersversorgungEinrichten einer gemeinsamen Arbeitsgruppe

Die Arbeitgeberseite argumentiert ihre Vorstellungen insbesondere mit der (zukünftigen) wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und den Investitionsbedarfen in die Infrastruktur und die Transformation. Wie bewertet das ver.di-Verhandlungsteam die Vorstellungen?

Zum einen sehen wir in dem sofortigen Vorlegen eines Vorschlags ein durchaus positives Zeichen. Wir werten dies als ein Signal der Lösungsbereitschaft. Die Qualität des Angebots ist jedoch ernüchternd – liegt es doch deutlich hinter den Vorstellungen der Beschäftigten. Aufgrund dessen haben wir das Angebot zurückgewiesen. Es braucht noch eine deutliche Nachbesserung, um zu einem akzeptablen Ergebnis zu kommen. Besonders enttäuschte uns die Tatsache, dass für das Jahr 2021 quasi eine Nullrunde angeboten wird – liegt doch die letzte Erhöhung bereits 1,5 Jahre zurück. Eine Einmalzahlung kann dies nicht kompensieren. Nach den derzeitigen Prognosen zur Inflationsentwicklung würde das einen Reallohnverlust in Höhe von 2 – 2,5% für das Jahr 2021 bedeuten. Und dabei haben wir noch nicht einmal die Steigerung der Arbeitsproduktivität eingerechnet. Die deutlich steigende Arbeitsbelastung muss ebenfalls in einer Gehaltssteigerung abgebildet werden. So schreibt eine Beschäftigte in unserer Befragung:

Zeitdruck und Gehalt stehen in keiner Relation, für den Druck müsste das Gehalt doppelt so hoch sein!

Beschäftigte

Auch die weiteren Erhöhungsschritte sind aus unserer Sicht unzureichend. Unsere Vorstellung ist darüber hinaus eine deutlich geringere Laufzeit. Wir wissen nicht, wie es Euch geht. Wir wissen nicht, wie sich das Unternehmen und die Wirtschaft bis Ende 2023 entwickeln. Die Argumentation der Arbeitgeberseite zu notwendigen Investitionen ist für uns grundsätzlich nachvollziehbar – gleichzeitig hat sie aber große Lücken:

Ext to Int: Wem kommen die Einsparungen aus der Umwandlung von externer zu interner Beschäftigung zu Gute? Eine Umwandlung bringt ja noch keine Entlastung.

Nearshoring: Hier entstehen mittelfristig Einsparungen in Höhe von 25 – 33%. Wem kommen diese Einsparungen zu Gute?

Desksharing: Hierbei wird es zur Abmietung von Büroflächen und damit ebenfalls zu hohen Einsparungen kommen. Wieso wird hier nicht zumindest ein Teil der Einsparungen an die Beschäftigten durch z.B. einer Ausstattungspauschale weitergegen?

Die für uns entscheidendste Frage ist jedoch Folgende: Wenn die Investitionen in Infrastruktur und Transformation so wichtig sind – wieso beteiligen sie Aktionäre dann nicht genauso am Umbau? Verzichten die Aktionäre dieses Jahr auch auf ihre Dividende um ihren Anteil zum Umbau zu leisten?

Wir haben unsere Antwort an die Arbeitgeberseite – wie wir hoffen in Eurem Sinne – gegeben. Wie ist es mit Euch? Wollt Ihr Euch auch äußern?

Wir planen derzeit eine standortübergreifende ver.di Mitgliederversammlung am 7. Juli, sowie eine offene Veranstaltung für alle Beschäftigten. Außerdem starten wir bald die Aktion „Wir zeigen uns für ein gutes Tarifergebnis“. Dazu folgen zeitnah weitere Infos.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 15. Juli statt.

Tarifkommission beschließt Forderungen

Breite Beteiligung bei der Beschäftigtenbefragung

Mit starkem Rücken in die Tarifrunde!
Vom 26. April bis zum 07. Mai hatten alle Beschäftigten der Fiducia & GAD die Möglichkeit uns ihre Themen für die Tarifrunde 2021 mit auf den Weg zu geben. Weit über 2.000 Teilnehmende haben hiervon Gebrauch gemacht. Diese hohe Beteiligung zeigt uns, dass wir mit gestärktem Rücken in die diesjährige Tarifrunde einsteigen und auf Euch zählen können!

Ergebnisse in Mitgliederversammlungen vertieft
Die inhaltlichen Ergebnisse dieser Befragungen wurden anschließend auf ver.di-Mitgliederversammlungen diskutiert. Hierbei lag neben der Gehaltsfrage ein besonderer Fokus auf der Situation in der mobilen Arbeit, die nicht nur in Folge der Pandemie weiter zugenommen hat.

(wirtschaftliche) Rahmendaten: 

  • Inflation im Mai 2021 bei 2,5 %
  • Anstieg der Produktivität 2020 bei 1,5 % (Schätzungen für 2021 schon heute weit darüber)
  • Verteilungsneutraler Spielraum damit bei etwa 4% (2,5% Inflation + 1,5% Produktivitätszuwachs)
  • Beschäftigte maßgeblicher Erfolgsgarant in schwierigen Zeiten
  • Eingesparte Kosten z.B. durch vermehrtes mobiles Arbeiten

Forderungen beschlossen:

  • Erhöhung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 % ab dem 01. Juli 2021
  • Einführung eines Budgets für die Ausstattung im mobilen Büro i.H.v. 750,- € für alle 5 Jahre (Für Azubis auch zur Anschaffung technischer Ausstattung)
  • Erhöhung des Mietkostenzuschusses für Azubis, gekoppelt am Mietpreisindex
  • Harmonisierung und Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge

Starke Leistungen in einem schwierigen Umfeld: Forderungen gerechtfertigt!
Die Argumente für eine gerechte Entwicklung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen liegen auf unserer Seite. Während die Inzidenzzahlen sinken, steigt die Wirtschaftsleistung – sämtliche Institute gehen auch für 2021 von weiteren Steigerungen aus.

Auch bei der Fiducia & GAD sieht es gut aus, so investiert die genossenschaftliche Finanzgruppe insgesamt eine halbe Milliarde Euro bis 2023 in ihre gemeinschaftliche Digitalisierungsoffensive. Vorstandsvorsitzender Martin Beyer spricht in einem aktuellen Interview von den Beschäftigten als entscheidendem Erfolgsfaktor.

Gleichzeitig hat die Pandemie einmal mehr offengelegt, dass es noch viel Luft nach oben bei der Ausstattung für mobiles Arbeiten gibt. Viele Beschäftigte haben sich auf eigene Kosten bspw. mit Schreibtischen oder Bürostühlen ausgestattet. Eine Beteiligung des Arbeitgebers – auch rückwirkend – an diesen Kosten ist nur fair.

Reichen die Argumente?
Ob diese guten Argumente am Verhandlungstisch für ein gutes Ergebnis ausreichen bleibt abzuwarten. Die Erfahrungen der letzten Tarifrunden haben gezeigt, dass es auf jede und jeden Einzelne(n) in der Fiducia & GAD ankommen wird. Wenn wir eine faire Entwicklung der Gehälter und weiteren Arbeitsbedingungen erreichen wollen, werden Aktionen aller Voraussicht nach notwendig sein. Dabei kommt es auch auf eine starke ver.di an. Das geht nur mit möglichst vielen Mitgliedern!

Verhandlungsauftakt digital
Die erste Verhandlungsrunde wird, trotz sinkender Inzidenzzahlen, digital am 17. Juni stattfinden.

Um Euch über die Entwicklungen am Verhandlungstisch zu informieren, haben wir einen Telegram-Kanal eingerichtet. Seid dabei und bleibt auf dem Laufenden. Hier kommt ihr weiter: https://t.me/joinchat/AAAAAEze8uxuyOWm9-Ag0Q