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Unsere Solidarität für die Menschen in der Ukraine


„Wir stehen als Beschäftigte in den Banken und der gesamten Finanzdienstleistungsbranche uneingeschränkt hinter den Menschen in der Ukraine. Den Menschen, die dort unter den Folgen des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs leiden, gelten unsere Solidarität und Anteilnahme! Unser Respekt gilt den mutigen Menschen, die in Russland ihren Protest gegen den Krieg zum Ausdruck bringen! Dieser Krieg muss sofort beendet werden!“

Jan Duscheck, Fachgruppenleiter Bankgewerbe

Verhandlungsergebnis angenommen!

Foto: Manfred Steger, pixabay.com

Gehälter der Atruvia-Beschäftigten steigen um insgesamt 3,9%

Bis zum 1. Dezember konnten alle ver.di-Mitglieder bei Atruvia über das Verhandlungsergebnis der Tarifverhandlungen 2021 abstimmen. 74,5% stimmten dabei für die Annahme und 25,5% für die Ablehnung des Ergebnisses. Auf dieser Basis hat die ver.di-Haustarifkommission am vergangenen Freitag das Verhandlungsergebnis entsprechend beschlossen. Hier noch einmal der Tarifabschluss im Überblick:

Entgelterhöhungen
Die Gehälter und Ausbildungsvergütungen steigen rückwirkend zum 1. Juli 2021 um 2,1% und am 1. Juli 2022 in um weitere 1,8%.

Mietkostenzuschuss
Die Mietkostenzuschüsse für Auszubildende und Dual Studierende steigen am Wohnort von 75 auf 100 Euro (bei Zuzug) und am Studienort von 455 auf 500 Euro (gegen Nachweis).

Verhandlungsverpflichtung Betriebliche Altersversorgung
Wir haben uns verpflichtet gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat und dem Arbeitgeber eine betriebliche Altersversorgung für diejenigen Beschäftigten zu verhandeln, die heute noch keinen Zugang dazu haben. Eckpunkte der Verhandlungsverpflichtung sind beispielsweise die Verkürzung der Wartezeit und der Wegfall der Altersgrenze. Ziel ist es diese Verhandlungen bis zum 1. Juli 2022 zum Abschluss zu bringen.

Laufzeit
Der Tarifvertrag ist erstmals zum 30. September 2023 kündbar und hat damit eine Gesamtlaufzeit von 27 Monaten.

An dieser Stelle möchten wir allen Kolleg*innen, die sich aktiv an den Aktionen beteiligt haben noch einmal folgende Botschaft überbringen: Respekt für euren Mut und euer Engagement!

Nur durch das überragende und mutige Engagement mehrerer hundert Kolleginnen und Kollegen konnten wir das nun vorliegende Tarifergebnis erreichen. Allerdings haben wir noch viel mehr erreicht. Noch nie in der Geschichte des Unternehmens haben Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Dieser wichtige Schritt wird nachhaltig wirken, denn der Arbeitgeber weiß nun um die Stärke der Belegschaft Der Vorstand weiß, dass die Beschäftigten gemeinsam mit ver.di nicht den Konflikt scheuen, sondern selbstbewusst für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen eintreten.

Dieses Vorgehen war richtig und wichtig, denn auch in Zukunft wird es nicht einfacher. Der Wettbewerb im Finanzsektor nimmt zu und der Druck auf die Personalkosten wird weiter steigen. Um dem entgegenzuwirken, brauchen wir mutige und starke Beschäftigte, die sich zusammentun, wenn es darauf ankommt.

Beschäftigte der Atruvia AG ziehen am Mittwoch in den Streik

Nach vier ergebnislosen Verhandlungsrunden ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der Atruvia AG auf, in den Ausstand zu gehen, um den Druck in der Tarifauseinandersetzung zu erhöhen.

„Die Arbeitgeberseite hat sich in den bisherigen Verhandlungen zu wenig bewegt. Wir sehen an dieser Stelle kein anderes Mittel als Warnstreiks, um zu einem tragfähigen Verhandlungsergebnis zu kommen“, so ver.di-Verhandlungsführer Kevin Voß. Atruvia ist der IT-Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken. Nach einem dreistündigen Ausstand am 28. September sind nun erstmals in der Unternehmensgeschichte alle Beschäftigten zu einem ganztägigen Streik aufgerufen.Gestreikt wird an den Standorten Karlsruhe und Münster sowie an den Niederlassungen in Berlin, Frankfurt/Main und München. Der Streik selbst und die Streikversammlung werden rein digital durchgeführt. „Die Beschäftigten lassen am Mittwoch ihre Laptops geschlossen und die Smartphones ausgeschaltet. Auch das ‚neue Normal‘ hält uns nicht davon ab, berechtigte Beschäftigteninteressen mit Nachdruck durchzusetzen“, betonte Voß.

ver.di fordert die Erhöhung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 Prozent, ein Ausstattungsbudget für mobile Arbeit in Höhe von 750 Euro alle fünf Jahre sowie eine Erhöhung des Mietkostenzuschusses für Auszubildende. Die Arbeitgeberseite legte dagegen bislang nur ein Angebot unterhalb der Inflationsrate vor. Ein Ausstattungsbudget für mobile Arbeit lehnt die Arbeitgeberseite ab.

„Wer auch nach vier Verhandlungsrunden nur ein Angebot vorlegt, das Reallohnsenkung bedeutet, muss sich nicht wundern, wenn die Beschäftigten ihr Grundrecht auf Streik wahrnehmen. Die Atruvia ist wirtschaftlich stabil aufgestellt und schreibt gute Gewinne. Mir fehlt jedes Verständnis, weshalb das Unternehmen nun diese Eskalation sucht“, sagte Voß.

Deine Rechte im Streik

Bild: ver.di

Der Streik ist ein Grundrecht zur Durchsetzung unserer Forderungen (Art. 9 Abs. 3 des Grundgesetzes).

Eine Abfrage des Arbeitgebers vor dem Streik ist nicht zulässig. Nach dem Streik darf er dies zu Abrechnungszwecken tun. Hier bitten wir euch etwaige Anfragen wahrheitsgemäß zu beantworten, auch wenn diese bspw. über das Intranet gestellt werden.

Die streikbedingte Freistellung der Arbeitspflichten erstreckt sich auch auf die „Nebenpflicht“ der Bedienung eines elektronischen Zeiterfassungssystems. Während eines ganztägigen Streiks stempelt ihr euch also gar nicht erst ein.

In seltenen Ausnahmefällen vereinbart ver.di sogenannte Notdienstvereinbarungen, um z.B. in Krankenhäusern eine Grundbesetzung für Notfälle und/oder wichtige Operationen sicherzustellen. Eine solche Vereinbarung gibt es bei der Atruvia AG nicht.

Während des Streiks ruht das Arbeitsverhältnis. Arbeitnehmer*innen brauchen in dieser Zeit keine Arbeitsleistung zu erbringen und unterliegen nicht dem Direktionsrecht des Arbeitgebers. Ein Anspruch auf Arbeitsentgelt besteht für die Dauer des Streiks nicht. Gewerkschaftsmitglieder erhalten für Streiks ab 4 Std. Streikunterstützung.

Die Teilnahme an einem rechtmäßigen Streik stellt keine Verletzung des Arbeitsvertrags dar. Maßregelungen durch den Arbeitgeber wegen der Teilnahme an einem Streik sind verboten! Der bestreikte Arbeitgeber darf streikende Arbeitnehmer*innen nicht abmahnen oder sogar kündigen! Nach Ende des Streiks besteht ein Anspruch auf Weiterbeschäftigung.

Die Anordnung von Überstunden aus Anlass der Teilnahme am Streik ist rechtswidrig und unwirksam.

Eine Verpflichtung zur Nacharbeit der durch den Streik ausgefallenen Arbeitsstunden besteht nicht.

Am Streiktag und auch vorher ist die Streikleitung unter 0160/5575500 telefonisch erreichbar. Sollte es Rückfragen oder sonstige Hinweise geben – zögert nicht, ruft an!

Das Flugblatt zu den Streikrechten findet ihr hier.

4. Verhandlungsrunde ohne Abschluss

Bild: ver.di

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auch die vierte Verhandlungsrunde endete leider erneut ohne Abschluss.
Erst einmal die gute Nachricht: Unser Streik hat Wirkung gezeigt, der Arbeitgeber hat uns nach zähen Sondierungen ein neues Angebot vorgelegt.
Leider ist das nur ein Wermutstropfen, da sich das neue Angebot nur geringfügig verbessert hat.

Das Angebot im Überblick:

  • +1,9% ab dem 1. Juli 2021
  • +1,7% ab dem 1. September 2022
  • Laufzeit 1. Juli 2021 – 31. Oktober 2023 (28 Monate)

Was hat uns zur Entscheidung gebracht, das Angebot der Arbeitgeberseite abzulehnen?

In den vergangenen Wochen haben wir wiederholt darauf hingewiesen, dass der diesjährige Tarifabschluss die prognostizierte Jahresinflation ausgleichen muss. Die Preise für diverse Ausgaben (insbesondere Energie) steigen und dabei müssen die Einkommen mithalten. Mit dem vorliegenden Angebot hätten wir das nicht erreicht. Umgerechnet auf 12 Monate bedeutet das vorliegende Angebot eine Steigerung von ca. 1,6% pro Jahr. Das Statistische Bundesamt geht für 2021 von einer Jahresinflation von rund 2,4% aus. Das Delta zwischen der Jahresinflation und dem Angebot ist also noch viel zu groß und würde eine Reallohnsenkung nach sich ziehen.

Im Vergleich zu unserer ursprünglichen Forderung von 4,5% sind wir dem Arbeitgeber bereits deutlich entgegengekommen. Wir verzichten auf eine Umverteilungskomponente, auf eine Kompensation von Produktivitätszuwächsen und auch auf einen Ausdruck von Wertschätzung.
Nach vielen Stunden Verhandlung wurde deutlich, dass die Arbeitgeberseite auch in der 4. Verhandlungsrunde nicht bereit ist, das Delta zu schließen. Daher war die Konsequenz, die Verhandlungsrunde ergebnislos zu beenden.

Im Rahmen der Verhandlungen wurde uns die Frage gestellt, ob wir ernsthaft an einer Einigung interessiert sind. Die Arbeitgeberseite suggeriert, dass wir hier aktuell nicht die echten Bedürfnisse der Beschäftigten verhandeln, sondern dass Organisationsinteressen unser Handeln leiten. Diese Annahme ist natürlich falsch. Wir sagen, was wir tun und tun, was wir gesagt haben. Wir möchten, dass die Einkommen stabil bleiben und nicht von der Inflation aufgefressen werden – nicht mehr und nicht weniger. Dafür stehen wir alle gemeinsam ein!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, nach 4 Verhandlungsrunden stellen wir also fest – an einem Inflationsausgleich ist die Atruvia AG, euer Arbeitgeber, aktuell nicht interessiert. Unser erster Streik der Unternehmensgeschichte hat dennoch zu einem verbesserten Angebot geführt. Jetzt gilt es unser Ziel weiter im Blick zu halten – das jetzige Gehaltsniveau darf auf keinen Fall abgesenkt werden. Damit das gelingen kann, sind weitere Streikmaßnahmen unausweichlich. Deswegen – beteiligt euch weiter an Aktionen und Streiks und macht damit deutlich, dass wir gemeinsam geschlossen stehen. Nur so werden wir zum Erfolg kommen.

Unser aktuelles Flugblatt gibt es hier

Getrennt verhandeln gemeinsam Kämpfen


Wow! Das war beeindruckend!
Aschheim, Berlin, Bremen, Dresden, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Leipzig, Ludwigsburg, München, Münster, Nürnberg, Regensburg und Stuttgart!

Private Banken, öffentliche Banken, Atruvia AG, ComTS und Commerzbank AG! NORD/LB, Bausparkasse Wüstenrot, LBBW, LBS Nord, Deutsche Bank AG, UniCredit Bank und UniCredit Services,

Überall haben wir an unserem bundesweiten Aktionstag gezeigt: Wir sind bereit für die kommenden Auseinandersetzungen mit den Arbeitgebern. Getrennt verhandeln, gemeinsam Kämpfen!
Unser Motto: #wirfürtarif

Zum Nachschauen hier nochmal der ganze Aktionstag im Video:

Moderation: Deniz Kuyubasi, ver.di Fachbereich Finanzdienstleistungen und Timo Heider, Vorsitzender Fachgruppe Bankgewerbe

Argumente reichen nicht mehr

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

In der letzten Verhandlungsrunde wurde klar: Argumente allein reichen nicht, um den Arbeitgeber von einem Tarifabschluss zu überzeugen, der unseren Ansprüchen gerecht wird.
Wir hatten in den Verhandlungen den Eindruck, dass sich der Arbeitgeber recht sicher ist, mit seiner Haltung durchzukommen. Gemeinsam müssen wir nun deutlich machen, dass seine Rechnung nicht aufgeht.

Überzeugen können den Arbeitgeber nur engagierte Beschäftigte, die sich für faire Gehaltssteigerungen stark machen. Zuschauen allein reicht nicht mehr. Ohne euer Engagement wird es keine weitere Verbesserung geben!

Für unsere Forderungen

  • Steigerung der Gehälter und Ausbildungsvergütung um 4,5 Prozent
  • Ausstattungsbudget für freiwillige mobile Arbeit in Höhe von 750 Euro (alle 5 Jahre)
  • Erhöhung des Mietkostenzuschusses für Auszubildende
  • Anspruch auf Eingruppierung bei nachträglichem Absolvieren des BA Studiums

rufen wir deshalb die Beschäftigten

der Atruvia AG
an den Standorten Münster, München und Karslruhe
am 28.09.2021
von 11:30 bis 14:30 Uhr

zum Streik auf.

Wir stellen ihnen hier die Streikaufrufe für die Streiks am 28.09.2021 zur Verfügung.

München
Münster
Karlsruhe

In diesem Zusammenhang laden wir die ver.di Mitglieder am Montag, 27. September, ab 17 Uhr zu einer standortübergreifenden offenen Mitgliederversammlung ein. Dort erhaltet Sie einen kurzen Rückblick über die zurückliegende dritte Verhandlungsrunde. Die Zugangsdaten erhalten Sie bei Ihren ver.di Ansprechpartner*innen vor Ort.

WICHTIGE HINWEISE ZUM STREIK: Bitte streiken Sie nur dann, wenn Sie an dem Standort beschäftigt sind der zum Streik aufgerufen wird. Bitte streiken Sie nur in dem Zeitraum zu dem zum Streik aufgerufen wird.

Verbreiten Sie keine Streikaufrufe über Ihre dienstlichen E-Mail Accounts und drucken Sie  diese auch nicht über dienstliche Geräte aus!

On-Air am 28.09.2021 (11:30 bis 13:30 Uhr)

Unsere Branche ist in Bewegung! Mit einem großen bundesweiten Aktionstag am 28.09.2021 wollen wir das zeigen!

In zahlreichen Städten finden an diesem Tag gleichzeitig Proteste, Aktionen und Streiks statt!

Wir schalten nach: Berlin, Bremen, Dresden, Hamburg, Hannover, Leipzig, Ludwigsburg, München, Münster, Nürnberg, Regensburg und Stuttgart!

Verhandlungsführer*innen aus verschiedenen Tarifbereichen kommen zu Wort, wir berichten über den Nachwuchskräftetarifvertrag bei den öffentlichen Banken und übermitteln internationale Grußworte von Kolleginnen und Kollegen aus Spanien.

Über unseren Chat können Sie sich mit ihren Fragen und Meinungen beteiligen. Wenn Sie nicht schon vor Ort an Aktionen oder Streiks teilnehmen, dann nehmen Sie sich die Zeit und seien Sie dabei


Hintergrund:
Die Tarifverhandlungen für die privaten und öffentlichen Banken endeten in dieser Woche abermals ohne eine Annäherung zwischen uns und den Arbeitgebern! Für beide Bereiche stehen die Zeichen nun auf STREIK!

Auch die Beschäftigten der ComTS kämpfen für einen Haustarifvertrag und bei der Atruvia AG (ehemals Fiducia & GAD IT AG) haben sich die Tarifverhandlungen so zugespitzt, dass es in den nächsten Wochen zu weiteren Aktionen und auch Streiks kommen wird! Wir alle kämpfen gemeinsam unter dem Motto #wirfürtarif für gute und wertschätzende Arbeitsbedingungen in der Finanzdienstleistungsbranche!

Faire Gehaltssteigerungen sind ein Muss!

Tarifaktion der Atruvia-Beschäftigten

Foto: ver.di/Kevin Voß

Nach dritter Verhandlungsrunde wird klar: Ohne Druck geht nichts mehr!

Am 16. September 2021 fand die dritte Verhandlungsrunde für die rund 4.600 Beschäftigten der Atruvia statt. Zunächst einmal: Respekt und Anerkennung für eure vielfältige Unterstützung des Verhandlungsteams, für die zahlreichen Postkarten, die beachtlichen Rückmeldungen zu unserem ersten Diskussionsbeitrag und nicht zuletzt auch die lautstarke Begrüßung durch die Kolleginnen und Kollegen vor Beginn der Verhandlungen am Standort München! Das Statement war klar: Wir sind da und kommen wieder, wenn es sein muss!

Die Verhandlungen fanden in einem konstruktiven Klima statt, für ein Ergebnis am Verhandlungstisch reichte es aber weiterhin nicht. Der Unterschied zwischen euren Forderungen und dem Angebot des Arbeitgebers ist deutlich.

Das aktuelle Angebot des Arbeitgebers:

  • Erhöhung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 1,8 Prozent zum 1. Juli 2021 (für 17 Monate) und nochmals um 1,5 Prozent zum 1. Dezember 2022 (für elf Monate) bei einer Laufzeit bis zum 31. Oktober 2023 (insgesamt 28 Monate)
  • Erhöhung des Mietkostenzuschusses für Azubis
  • Verhandlungsvereinbarung für eine neue betriebliche Altersversorgung

Die ver.di-Forderungen noch einmal im Überblick:

  • Steigerung der Gehälter und Ausbildungsvergütung um 4,5 Prozent
  • Ausstattungsbudget für freiwillige mobile Arbeit in Höhe von 750 Euro (alle fünf Jahre)
  • Erhöhung des Mietkostenzuschusses für Azubis
  • Anspruch auf Eingruppierung bei nachträglichem Absolvieren des BA-Studiums
  • Harmonisierung und Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge

Sowohl den Eingruppierungsanspruch für ein nachgeholtes Studium als auch das Ausstattungsbudget lehnt der Arbeitgeber ab. Zu Letzterem bot er uns im Laufe dieser Verhandlungsrunde eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro (Teilzeitbeschäftigte anteilig, 200 Euro für Auszubildende und dual Studierende) als Einmalzahlung nur für die aktuell Beschäftigten an.

Am Ende kam eine Bewegung in die lineare Erhöhung nur bei vorausgesetztem Verzicht auf Ausstattungsbudget bzw. Corona-Prämie zustande. Mit dieser Zahlung würde die lineare Erhöhung der Gehälter im Angebot noch einmal geringer ausfallen.

Faire Gehaltssteigerungen sind ein Muss

Einen besonderen Fokus hat das ver.di-Verhandlungsteam auf die Gehaltssteigerungen gelegt. Die vielen Rückmeldungen unserer Mitglieder sind sehr klar. Inflationsausgleich und Wertschätzung sind die Anforderungen an ein tragfähiges Ergebnis.

Auf folgenden hochgerechneten Jahreswerten für die Inflation basiert unsere Argumentation:

BundesbankStatista
2021
2,6 Prozent2,4 Prozent
2022
1,8 Prozent1,7 Prozent
2023
1,7 Prozent
Hochgerechnete Jahreswerte zur Inflation in Deutschland

Mit dem Angebot ist das Minimalziel „Ausgleich der Inflationsrate“ nicht erreicht. Nach wie vor erwartet der Arbeitgeber, dass wir einen Reallohnverlust hinnehmen. Und warum? Weil andere auch nicht höher abgeschlossen hätten. Das Angebot passe in die Landschaft. Und weil er es kann?

Argumente reichen nicht mehr

Auch nach weiteren langen Verhandlungen wurde klar: Argumente allein reichen nicht, um den Arbeitgeber von einem Tarifabschluss zu überzeugen, der diesen Ansprüchen gerecht wird.

Wir hatten in den Verhandlungen den Eindruck, dass sich der Arbeitgeber recht sicher ist, damit durchzukommen. Gemeinsam müssen wir nun deutlich machen, dass diese Rechnung nicht aufgeht.

Überzeugen können den Arbeitgeber nur engagierte Beschäftigte, die sich für faire Gehaltssteigerungen stark machen. Die ver.di-Tarifkommission bereitet im Moment Beteiligungsmöglichkeiten vor, die es ermöglichen, eure Meinung kundzutun. Hier auf unserer Website findet ihr heute schon einige Materialien über eure Rechte bei gewerkschaftlichen
Aktionen.

Dies sei jetzt schon deutlich angekündigt: Zuschauen allein reicht nicht mehr. Ohne euer Engagement wird es keine weitere Verbesserung geben!

Wie könnt ihr uns unterstützen und euch beteiligen?

Stark machen könnt ihr euch, indem ihr euch an den bevorstehenden Aktionen beteiligt und ver.di-Mitglied bleibt oder werdet!

Aktion „Wir zeigen uns für einen guten Tarifabschluss“

Macht mit, ladet ein Foto hoch und sendet eine Botschaft Richtung Vorstand! Teilnahme und weitere Infos auf www.wir-für-tarif.de/fiducia-u-gad. Eurer Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, wie ihr an den bisher hochgeladenen Bildern eurer Kol­leginnen und Kollegen sehen könnt!

Diese Tarifinfo an Kolleginnen und Kollegen verteilen

Farbe bekennen in Teams-Meetings

Für digitale Meetings in MS-Teams stellen wir euch Hinter­grundbilder und Profilicons mit Inhalten rund um unsere Kampagne „Wir für Tarif“ zur Verfügung. Fragt dazu gerne bei eurer Betriebsgruppe vor Ort oder unter fidi@verdi.de nach!

Wenn nicht jetzt, wann dann? Gemeinsam sind wir stark – gemeinsam in ver.di!

Nur mit starker Unterstützung aus den Betrieben können wir unsere Tarifforderungen auch in Zukunft durchsetzen. Je mehr Beschäftigte ver.di-Mitglied sind, umso größer wird unsere gemeinsame Durchsetzungskraft.
Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?
Jetzt aber los – für weiterhin gute Tarife bei der Atruvia!

Ich will mehr Infos zu ver.di!

Die Transformation der Banken kann nur gemeinsam gelingen

Foto: Kay Herschelmann

Ein Beitrag von Jan Duscheck in der Börsenzeitung vom 20.08.2021. Jan Duscheck ist ver.di-Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe und Verhandlungsführer in den Tarifrunden für die privaten und öffentlichen Banken.

Bis vor Kurzem galt die Beschäftigung in einer Bank als krisensicher und gut bezahlt. Heute sieht das anders aus: Über einhunderttausend Arbeitsplätze sind seit 2011 in einer Branche verschwunden, die wie andere um Konsolidierung ringt und mitten in der digitalen Transformation steckt. Verdi kämpft gemeinsam mit den Personal- und Betriebsräten dafür, dass in diesem Umbau möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben und unvermeidbarer Personalabbau so gestaltet wird, dass niemand gegen seinen Willen gehen muss.

Das gelingt häufig durch Vorruhestands- oder Abfindungsprogramme, die gerade von älteren Beschäftigten gern angenommen werden, auch weil sich die Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren durch zunehmende Konzentration und Schließungen verschlechtert haben. Stärkere Arbeitsverdichtung, dysfunktionale IT-Systeme und weiter steigender Vertriebsdruck sorgen für Unmut. Gleichzeitig hat die Corona-Pandemie die Digitalisierung der Branche beschleunigt.

War mobiles Arbeiten im Homeoffice zuvor das Privileg weniger, musste es nun kurzfristig in der Breite umgesetzt werden. Und es zeigt sich: Erfolgreiche digitale Transformation ist nicht so sehr eine Frage von Prozessen und Ausstattung, sondern in ihrem Mittelpunkt steht die Ausgestaltung der zukünftigen Arbeitsbedingungen.

In diesem Umfeld haben sich die Bankenarbeitgeber von gemeinsamen Tarifverhandlungen verabschiedet. Verdi  verhandelt die Arbeitsbedingungen der Branche erstmals seit 1972 mit zwei Verhandlungspartnern getrennt: mit dem Arbeitgeberverband der privaten Banken einerseits  und dem Verband der öffentlichen Banken andererseits. Dabei geht es um die Zukunft der Arbeit: Insbesondere die Themen Entlastung und Ausgestaltung der digitalen Transformation müssen alle Beteiligten gemeinsam aktiv angehen.

Zudem gibt es noch offene Themen aus der Vergangenheit. Einigkeit herrscht etwa darüber, dass der geltende Tarifvertrag die heutige Arbeitsrealität nur unzureichend abbildet. Das zeigt sich etwa in der Entgeltstruktur, die im Alltag für Personaler und Arbeitnehmervertretungen  eine einfache Vergleichbarkeit und Bewertung von Tätigkeiten ermöglichen soll. In ihr finden sich aber nach wie vor keine Programmierer/-innen oder Datenanalysten/-innen, dafür noch Fernschreiber/-innen oder Band- und Magnetplattenverwalter/-innen. Der Überarbeitungsbedarf ist allen Seiten bewusst, eine Einigung auf eine neue Struktur scheiterte in der Vergangenheit jedoch immer wieder an Kostenfragen.

Personalabbau zur Kostensenkung kann kein Zukunftsprogramm sein. Vorschläge der Gewerkschaft ritualisiert abzulehnen, hilft ebenfalls nicht, um in die neue Zeit zu kommen.

Jan Duscheck, ver.di-Verhandlungsführer für die Tarifrunden privates und öffentliches Bankgewerbe

Es ist erkennbar, dass sich die beiden Arbeitgeberverbände 2021 unterschiedlich aufstellen. Während der AGV Banken für die Privatbanken wie gewohnt erst einmal alle eingebrachten Forderungen mit Blick auf die Überforderung der eigenen Mitgliedsunternehmen in puncto Kosten und Organisation ablehnt, positioniert sich der Verband der öffentlichen Banken mit Gesprächsbereitschaft sowie eigenen Themen. Auch wenn uns nicht alle Ideen gefallen, ist hier der grundsätzliche Wille erkennbar, Tarifpolitik aktiv zu gestalten.

Drei Themen stehen aus unserer Sicht in beiden Tarifbereichen in der Tarifrunde im Vordergrund: Erstens eine angemessene Gehaltserhöhung. Obwohl es längst nicht mehr nur ums Geld geht, bleibt die Erhöhung der Gehälter mit Blick auf steigende Anforderungen an die Beschäftigten und der Inflationsentwicklung zentral. Abgesehen von Ausnahmen wie bei Investmentbankern hinkt die Gehaltsentwicklung im Bankwesen seit Jahren der allgemeinen Entwicklung der Tarifgehälter in Deutschland hinterher. Gleichzeitig ist die Inflation zuletzt auf bis zu 3,8 % und damit auf den höchsten Wert seit 13 Jahren gestiegen. Die Abschlüsse der  vergangenen Jahre können deswegen keine Richtschnur für die Verhandlungen sein.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Börsenzeitung, 20.08.2021

Zweitens geht es um flexiblere Arbeitszeitgestaltung und eine Entlastung der Beschäftigten. Hier gibt es aus unserer Sicht einen praktikablen Vorschlag. Er besteht im Wahlrecht zwischen einer Gehaltserhöhung in Form von mehr Geld oder mehr freier Zeit. Ohne zusätzliche Kosten können hiervon beide Seiten profitieren. Die Beschäftigten können mit diesem wichtigen Baustein ihre Arbeits- und Lebenszeit individueller gestalten und die Arbeitgeberseite erhält ein weiteres Instrument, um  bei gleichzeitiger Beschäftigungssicherung das Arbeitsvolumen zu reduzieren.

Der dritte Schwerpunkt ist der Anspruch auf mobiles Arbeiten an bis zu drei Tagen pro Woche. Dies entspricht dem Wunsch der Beschäftigten in der Branche. Mehr Homeoffice bedeutet nicht zuletzt, dass den Unternehmen durch den geringeren Bedarf an Büroflächen finanzielle Vorteile entstehen. Es wäre nur fair, wenn diese nicht allein der Arbeitgeberseite zukommen, sondern zumindest teilweise an die Beschäftigten weitergegeben werden. Denn deren Nebenkosten dürften im Homeoffice deutlich steigen – bei immer höheren Energiepreisen kein zu vernachlässigendes Thema.

Es liegen große Herausforderungen vor den Tarifvertragsparteien. verdi  kann und will diese mitgestalten. Die Arbeitgeberseite ist gefragt, mit uns Lösungen für die Herausforderungen der Branche zu entwickeln.

Personalabbau zur Kostensenkung kann kein Zukunftsprogramm sein. Vorschläge der Gewerkschaft ritualisiert abzulehnen, hilft ebenfalls nicht, um in die neue Zeit zu kommen. Die erfolgreiche Transformation der Bankenbranche ist nur gemeinsam mit den Beschäftigten zu schaffen. Dass das gelingen kann, zeigt der Abschluss aus den letzten Tagen zwischen Verdi  und dem VÖB für die Nachwuchskräfte der öffentlichen Banken: Zukünftig profitieren dual Studierende vom Tarifvertrag der Branche und es gibt Regelungen für eine verbindliche Übernahme sowie zum Thema Nachhaltigkeit.

Jan Duscheck ist Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe bei der Dienstleistungsgewerkschaft verdi.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Börsenzeitung, 20.08.2021