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FORDERUNGEN BESCHLOSSEN

Tarifverhandlungen für den Angestellten Versicherungsaußendienst startet 2023

Der Gehaltstarifvertrag für den angestellten Außendienst läuft zum 31.12.2022 aus. ver.di hat den Tarifvertrag fristgerecht gekündigt und die ver.di Tarifkommission hat die Forderungen für die Tarifrunde beschlossen.

Alle Beschäftigten – egal, ob Innen- oder Außendienst leiden unter der aktuellen Preisentwicklung. Die teilweise enormen Anstiege bei den Lebensmittelpreisen und insbesondere die hohen Energiekosten führen dazu, dass sich immer mehr Kolleginnen und Kollegen fragen, wie sie ihr Leben finanzieren sollen.

ver.di fordert deshalb ein Energiegeld in Höhe von 3.000 Euro für alle Beschäftigte der Branche, also explizit auch für den angestellten Außendienst.

Die Bundesregierung hat die Möglichkeit geschaffen, dass Arbeitgeber bis zu 3.000 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei an die Mitarbeitenden auszahlen können. Unsere Branche ist eine wirtschaftlich starke Branche! Die Arbeitgeber müssen jetzt dazu beitragen, dass die Einkommen der Beschäftigten gesichert werden!

Sollten wir das Energiegeld durchsetzen, fordern wir für die Tarifrunde im angestellten Außendienst eine Anhebung der tarifvertraglich vereinbarten Gehaltsbestandteile um fünf Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Tarifvertraglich vereinbarte Gehaltsbestandteile sind zum Beispiel der Provisionsausgleich bei Urlaub oder der mit Provisionen unverrechenbare Einkommensanteil.

Forderung:
3000 Euro Energiegeld
Plus 5% für 12 Monate

Eine Erhöhung des Mindesteinkommens nach § 3 GTV um 5 Prozent, bedeutet:

  • in der Stufe 1 um 110 Euro auf 2310 Euro .
  • in der Stufe 2 um 106 Euro auf 2241 Euro
  • in der Stufe 3 um 132 Euro auf 2777 Euro

ver.di sieht erheblichen Verbesserungsbedarf bei den Tarifregelungen für den angestellten Außendienst und stellt seit vielen Jahren in den Verhandlungen Forderungen zur Verbesserung dieser Regelungen. Zum Beispiel die Ausdehnung von Regelungen, die zurzeit nur für den organisierenden Außendienst gelten, auf den gesamten Werbeaußendienst (unverrechenbarer Einkommensanteil, Altersteilzeitabkommen), oder eine Weiterbildungspauschale für alle Kolleginnen und Kollegen im Außendienst. Wir möchten in der kommenden Tarifrunde mit dem Arbeitgeberverband eine Verhandlungsverpflichtung zur Modernisierung der Tarifregelungen im Außendienst vereinbaren, um in einen intensiven Austausch mit der Arbeitgeberseite zu Verbesserungsmöglichkeiten zu kommen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Sie haben es in der Hand, die ver.di Tarifkommission mit Ihrer ver.di Mitgliedschaft bei den Tarifverhandlungen zu unterstützen.

TRETEN SIE JETZT EIN!

Bitte beteiligen Sie sich an der Unterschriftenaktion zum Energiegeld und werben für eine Unterschrift bei Ihren Kolleginnen und Kollegen. Wir brauchen Sie und Ihre Beteiligung um ein starkes Signal zu zeigen, damit wir in den Gesprächen mit dem Arbeitgeberverband erfolgreich sein können.

Diese Tarifinfo gibt es hier auch als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen.

Versicherungsinnendienst: 3.000 Euro für Alle!

Die ver.di-Tarifkommission fordert einen Inflationsausgleich – ein sogenanntes Energiegeld – von 3.000 Euro für alle Beschäftigten des privaten Versicherungsgewerbes (Innendienst und angestellter Außendienst). Die Bundesregierung hat im zweiten Entlastungspaket ermöglicht, dass Arbeitgeber den Mitarbeitenden eine abgabenfreie Einmalzahlung von bis zu 3.000 Euro gewähren können. Wir fordern die Arbeitgeber auf, diese Möglichkeit für alle Beschäftigten der Versicherungsbranche zu nutzen!

Bei unserem Tarifabschluss am 02.04.2022 war nicht abzusehen, wie dramatisch sich die Inflation und die Energiepreise entwickeln werden. Die Kaufkraft- und Wohlstandsverluste können sicher nicht vollständig von den Unternehmen ausgeglichen werden, aber wir erwarten, dass eine wirtschaftlich starke Branche wie die der Versicherungen hier eine Vorreiterrolle einnimmt. Nicht nur im Interesse der eigenen Belegschaften, sondern auch aus Geschäftsinteresse! Wer sollte sonst künftig noch Versicherungsprodukte kaufen, wenn das laufende Einkommen in vielen Fällen nicht mehr reicht, um die laufenden Ausgaben zu decken?

Wir halten euch zu den weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.


Wir werden Euch zu den weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Ein aktuelles Flugblatt und weiter Informationen gibt es hier

Überstundenzuschläge für Teilzeitkräfte

In den vergangenen Tarifverhandlungen konnten wir durchsetzen, dass Teilzeitkräfte ab Oktober Überstundenzuschläge für genehmigte Mehrarbeit bekommen, wenn die individuell vereinbarte Arbeitszeit überschritten wird. Bisher wurden Überstundenzuschläge erst dann fällig, wenn die Mehrarbeit der Teilzeitkraft über die tarifvertragliche Arbeitszeit von 38 Stunden hinausging.

Es gibt bisher nicht viele Tarifverträge, die eine solche Regelung enthalten, darauf sind wir stolz. Noch wichtiger ist uns aber, dass wir damit eine deutliche Verbesserung für über 26 Prozent der Beschäftigten im Innendienst erreicht haben.

Weil nach wie vor die meisten Teilzeitarbeitsplätze von Kolleginnen besetzt werden, ist unser Tarifergebnis auch ein wichtiger Beitrag zur Gleichstellung von Männern und Frauen in der Versicherungswirtschaft. Eben eine Frage der Gerechtigkeit!

Mehr Geld für die Tarifgruppe A

Seit 01. Oktober 2022 beträgt der neue gesetzliche Mindestlohn in Deutschland 12 Euro die Stunde. Die Gehälter der Tarifgruppe A im privaten Versicherungsgewerbe liegen – trotz der Tariferhöhung zum 01.09.2022 – unter diesem neuen gesetzlichen Mindestlohn.

In Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband hatte ver.di eine deutliche Anhebung der unteren Tarifgruppen gefordert, weil gerade hier die gestiegene Inflation und die Energiepreisentwicklung zu existenziellen Problemen für die Beschäftigten führen. Der Arbeitgeberverband war aber nur bereit, eine Vereinbarung für die Tarifgruppe A mit ver.di zu verhandeln.

Was haben wir erreicht?
Bisher gab es in der Tarifgruppe A zwei Gehaltsstufen, diese werden künftig in einer Stufe zusammengefasst. Das Gehalt steigt in der TG A auf 2.025 Euro, das entspricht einem Stundenlohn von 12,50 Euro.

Für Beschäftigte, die bisher in der TG A auf der ersten Stufe eingruppiert waren, bedeutet das eine Erhöhung um 8,2 Prozent.
Wer bisher in der zweiten Stufe war, bekommt 4,1 Prozent mehr Gehalt.

Azubis: Ab September 50 Euro mehr und bessere Übernahmeregelung!

Steigende Ausbildungsvergütung

Bild: Nelosa, depositphotos.com

Im September steigen die Auszubildendenvergütungen im Versicherungsinnendienst um 50 Euro pro Monat. Das ist das Ergebnis der Tarifverhandlungen, die ver.di und der Arbeitgeberverband in diesem Jahr geführt haben. Die Auszubildendenvergütungen steigen prozentual deutlich stärker als die Gehälter der Angestellten. Solltet ihr im Mai bereits im Unternehmen gewesen sein, so habt ihr durch den Tarifabschluss bereits eine Einmalzahlung von 300 Euro erhalten, im Mai 23 bekommt ihr eine weitere Einmalzahlung von 250 Euro. Die Auszubildendenvergütung steigt im September 2023 um weitere 50 Euro.

Die ver.di-Tarifkommission konnte den Tarifvertrag zur Übernahme verbessern, der bei guten Leistungen einen tariflichen Anspruch auf eine zumindest befristete Übernahme regelt. Bisher galt diese Tarifregelung nur für die Berufsgruppe „Kaufleute für Versicherungen und Finanzen“. Jetzt konnte dieser Anspruch auch auf die anderen kaufmännischen Berufe ausgeweitet werden. Damit sind wir beim Thema Übernahme zwar noch nicht am Ziel – dem Anspruch auf unbefristete Übernahme – , aber wir sind einen entscheidenden Schritt weitergekommen.

Diese Erfolge zeigen, dass ihr Auszubildenden und dual Studierenden in den Tarifverhandlungen immer eine besondere Rolle spielt. Das ist so, weil es bei ver.di junge aktive ver.di-Mitglieder gibt, die sich für die Interessen aller Auszubildenden einsetzen.

Ihr seid die Zukunft!

Und da sind wir genau beim Thema, denn ihr seid die Zukunft von ver.di. Ihr entscheidet darüber, ob es auch zukünftig gute Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung gibt. Mit einem Prozent eurer Azubivergütung sichert ihr eure eigene Zukunft, sowohl in der Ausbildung, als auch in eurem weiteren Berufsleben. Eine Gewerkschaft ist schließlich nichts anderes als der Zusammenschluss von vielen Arbeitnehmer*innen, die sich gemeinsam für ihre Rechte stark machen.

Gleichzeitig bietet euch die ver.di-Mitgliedschaft auch viele weitere Vorteile, z. B. die ISIC-Card für Auszubildende, die euch eine Menge Rabatte ermöglicht.

Der Beitrag zwischen 11,20 Euro und 12,80 Euro (je nach Ausbildungsjahr) rentiert sich also mehrfach. Die Tariferhöhung von 50 Euro ist die beste Gelegenheit und das beste Argument für den Eintritt. Also schließt euch an und seid dabei!

Azubivergütung ab 01. September 2022

  • im ersten Ausbildungsjahr: 1.120 Euro
  • im zweiten Ausbildungsjahr: 1.195 Euro
  • im dritten Ausbildungsjahr: 1.280 Euro

Jetzt Mitglied werden!

Deshalb: Macht es wie die Kolleginnen und Kollegen und werdet Mitglied! Stärkt euch selbst durch die Mitgliedschaft und investiert einen Teil der Tarifanpassung in eine bessere Zukunft. Sprecht gerne die euch bekannten ver.di-Mitglieder im Betrieb an oder werdet direkt online Mitglied.

Diese Tarifinfo gibt es hier zum Download.

Drei Prozent mehr Gehalt ab September im Versicherungsinnendienst

Team-Kolleginnen geben sich einen Handschlag: Nur gemeinsam ist ein guter Tarifabschluss möglich.

Bild: viewapart, depositphotos.com

Bereits im Mai haben die Beschäftigten im Versicherungsinnendienst durch die Einmalzahlung von 550 Euro vom Tarifabschluss profitiert (Teilzeitkräfte sowie Kolleg*innen in Altersteilzeit anteilig). Auszubildende erhielten eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro. Im September tritt nun die erste Erhöhungsstufe mit drei Prozent in Kraft, weitere zwei Prozent folgen im September 2023.

Die steigenden Preise und die hohen Energiekosten sind für uns alle eine Belastung. Die Einmalzahlungen in diesem und im nächsten Jahr (Mai 2023: 500 Euro) sind da ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Einkommen in unserer Branche. Wichtig war der Tarifkommission die soziale Komponente, denn Einmalzahlungen wirken sich im Gegensatz zu einer prozentualen Gehaltsanpassung in den unteren Gehaltsgruppen stärker aus. Gerade Kolleginnen und Kollegen mit geringeren Einkommen leiden besonders unter der wirtschaftlichen Situation. Der Tarifkommission war es ebenfalls wichtig, dass auch die Auszubildenden mit einer im Verhältnis zur Ausbildungsvergütung sehr ansehnlichen Einmalzahlung berücksichtigt wurden.

Als die Tarifkommission die Forderungen für die Tarifrunde beschlossen hat (und auch während der Verhandlungen) war noch nicht wirklich absehbar, wie lange und wie stark die Preise weiter steigen werden. Klar war aber schon damals, dass wir es nicht schaffen werden, die Inflation durch den Tarifabschluss vollständig auszugleichen. Das Verhandlungsziel der ver.di-Tarifkommission, die realen Einkommen zu sichern, scheiterte an der mangelnden Bereitschaft der Arbeitgeber. Die wirtschaftliche Unsicherheit nimmt weiter zu und in diesem schwierigen Umfeld hat der Tarifabschluss dennoch seinen Wert.

Überstundenzuschläge und Ausweitung der Übernahmeregelungen durchgesetzt

Neben den Gehaltssteigerungen konnte die ver.di-Tarifkommission durchsetzen, dass Teilzeitkräfte künftig Mehrarbeitszuschläge ab der ersten Überstunde gezahlt bekommen. Das war bisher in vielen Unternehmen nicht selbstverständlich. Damit konnten wir insbesondere für viele Kolleginnen, die nach wie vor die Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten stellen, eine deutlich spürbare Verbesserung der Einkommen erreichen. Auch die Ausweitung der tariflichen Übernahmeregelung der Auszubildenden auf alle kaufmännischen Berufe ist eine deutliche Verbesserung.

Wir müssen mehr werden!

Ab dem ersten September 2022 steigen die Gehälter um drei Prozent. ver.di hätte sich einen früheren Zeitpunkt für die Erhöhung gewünscht und die Branche hätte sicherlich eine stärker an der Inflation ausgerichtete Anpassung verkraftet, aber das war mit den Arbeitgebern nicht verhandelbar. Das liegt nicht zuletzt daran, dass in unserer Branche nicht genug Beschäftigte Mitglied bei ver.di sind und damit unsere Kampfkraft eingeschränkt ist. Während der Tarifrunde haben viele Kolleginnen und Kollegen den Weg in unsere Gewerkschaft gefunden. Das freut uns sehr, reicht aber noch nicht. Um gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gute Tarifergebnisse zu erzielen, brauchen wir mehr Mitglieder und mehr Beteiligung an Aktionen.

Jetzt Mitglied werden!

Deshalb: Machen Sie es wie die Kolleginnen und Kollegen und werden Sie Mitglied bei ver.di! Stärken Sie sich selbst durch die Mitgliedschaft und investieren Sie ein Drittel (ein Prozent) der Tarifanpassung in eine bessere Zukunft. Sprechen Sie gerne die Ihnen bekannten ver.di-Mitglieder im Betrieb an oder werden Sie direkt online Mitglied.

Hier geht es zum Download: Flugblatt mit aktueller Gehaltstabelle (ab September 2022)

Neuer Ausbildungsberuf in der Versicherung ab August

Junge Arbeitnehmende im Büro. Für sie ist der neue Ausbildungsberuf besonders interessant.

Infos zum neuen Ausbildungsberuf in der Versicherungsbranche (Bild: Canva Studio, pexels.com)

Ausgehend von der veränderten Arbeitswelt wurde der Ausbildungsberuf „Kaufleute für Versicherungen und Finanzen“ weiterentwickelt. Er heißt nun „Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen“ und wurde von den Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis von ver.di gemeinsam mit den Arbeitgeber*innen, den Vertretungen der Ministerien und mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung abgestimmt.

Digitalisierte Arbeitsformen, zunehmend notwendige Resilienz der Beschäftigten und der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) sind Veränderungen, die diese Neuordnung vorgegeben haben.

Der neue Ausbildungsberuf im Überblick:

• Keine Fachrichtungen

Die Fachrichtung Finanzberatung gibt es im neuen Beruf nicht mehr. Ausgebildet wird aber im Bereich der Finanzanlageberatung, vorrangig in Versicherungsprodukten für die Altersvorsorge.

Kundenbedarfsfelder statt Sparten

Die Ausbildung in Produkten und Sparten wurde durch eine Ausbildung für insgesamt sechs Kundenbedarfsfelder abgelöst. Angepasst an die jeweilige Lebenssituation der Kund*innen und den jeweiligen Absicherungsbedarf wird zu passenden Produkte beraten.

• Wahlqualifikationen

Im dritten Ausbildungsjahr stehen fünf Wahlqualifikationen (WQ) zur Auswahl, die einzelne Ausbildungsinhalte vertiefen. Besonders erwähnt sei hier die WQ „Digitalisierungsprozesse in der Versicherungswirtschaft initiieren und begleiten“, die es Auszubildenden ermöglicht, an der Schnittstelle zwischen Sachbearbeitung und IT zu lernen.

Neue Standardberufsbildpositionen

Während der Ausbildung werden begleitend Standardberufsbildpositionen vermittelt, die für alle Berufe gelten und ebenfalls neu sind. Vor allem Lerninhalte zu nachhaltigem Handeln und zur digitalisierten Arbeitswelt sind wichtige Neuerungen.

• Gestreckte Abschlussprüfung statt Zwischen- und Abschlussprüfung

Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung, die dieses Mal schon im vierten Halbjahr beginnt, weil es eine gestreckte Abschlussprüfung ist, deren erster Teil bereits in das Endergebnis einfließt.

In der Praxis seid ihr gefragt!

Am 8. März 2022 wurde das neue Berufsbild im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und kann mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres ausgebildet werden. Jetzt liegt es an euch – als Mitglieder in der JAV oder im Betriebsrat – gemeinsam mit den Ausbildungskräften auf einen gute Umsetzung des neuen Berufsbildes im Betrieb zu achten!

ver.di ist dabei:

  • wenn Berufe neu entwickelt oder überarbeitet werden.
  • wenn Prüfungen gestaltet, Prüfungsfragen entwickelt und Prüfungen abgenommen werden.
  • wenn Berufsbildungsausschüsse der Kammern sich mit der Ausbildungsqualität vor Ort auseinandersetzen.
  • wenn Betriebs-­ und Personalrat sowie Jugend- und Auszubildendenvertretung gemeinsam mit den Auszubildenden auf Qualität in der Ausbildung achten.

Hier gibt es das Flugblatt zum neuen Ausbildungsberuf als PDF.

Tarifabschluss 2022/23: Erste Einmalzahlung im Mai

Bild: viewapart, depositphotos.com

Am 02. April 2022 wurde bei den Versicherungen der Tarifabschluss 2022/2023 erzielt. Bereits im Mai erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 550 Euro. Teilzeitkräfte und Kolleginnen und Kollegen in Altersteilzeit erhalten die Einmalzahlung anteilig. Für Auszubildende gibt es eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro.

Vor dem Hintergrund der aktuell gestiegenen Preise ist diese zusätzliche Zahlung ein positiver Beitrag. Sie hat aber auch eine soziale Komponente, da sie sich im Gegensatz zu einer prozentualen Gehaltsanpassung für die unteren Gehaltsgruppen stärker auswirkt. Deswegen war es der Tarifkommission ebenfalls wichtig, dass auch die Auszubildenden mit einer im Verhältnis zur Ausbildungsvergütung sehr ansehnlichen Einmalzahlung berücksichtigt werden.

Erste Gehaltserhöhung im September

Die erste prozentuale Tarifanpassung von 3,0 Prozent erfolgt zum 01. September 2022. Das hätten wir uns natürlich früher gewünscht und die Branche hätte sicherlich auch eine etwas höhere Anpassung verkraftet, aber darauf konnten wir uns mit den Arbeitgebern nicht einigen. Das hängt mit dem Organisationsgrad und unserer Kampfkraft zusammen. Während der Tarifrunde haben aber viele Kolleginnen und Kollegen den Weg in unsere Gewerkschaft gefunden. Das freut uns sehr, reicht aber noch nicht aus. Wir müssen noch mehr werden. Deshalb folgen Sie diesen Kolleginnen und Kollegen und werden Sie Mitglied, falls Sie diesen Schritt noch nicht gemacht haben.

Stärken Sie sich selbst durch die Mitgliedschaft! Sprechen Sie gerne die Ihnen bekannten ver.di-Mitglieder im Betrieb an.

Der Tarifabschluss in der Übersicht

Gehaltserhöhung in zwei Schritten
3,0 Prozent zum 1. September 2022, weitere 2,0 Prozent zum 1. September 2023

Einmalzahlungen
550 Euro im Mai 2022
500 Euro im Mai 2023

Erhöhung der Ausbildungsvergütung in zwei Schritten
50 Euro mehr zum 1. September 2022
weitere 50 Euro zum 1. September 2023

Einmalzahlungen für Auszubildende
300 Euro im Mai 2022
250 Euro im Mai 2023

Bezahlung von Überstunden in Teilzeit
Ab dem 1. Oktober 2022 bekommen Teilzeitbeschäftigte Überstundenzuschläge beim Überschreiten der individuell vereinbarten Regelarbeitszeit.

Rückkehrrecht zur Vollzeit
Vereinbart wurde eine Verhandlungsverpflichtung zur Regelung eines Rückkehrrechts von Teilzeit auf Vollzeit (wenn die gesetzlichen Brückenteilzeitregelungen nicht greifen).

• Übernahme von Auszubildenden
Vor dem 30. Juni 2022 muss eine Vereinbarung zur Übernahme der Auszubildenden erzielt werden.

Laufzeit
26 Monate (1. Februar 2022 bis 31. März 2024)

Die Tarifvereinbarungen zu Altersteilzeit und Arbeitszeitkorridor sind verlängert worden.

Das Flugblatt mit den Forderungen kann hier heruntergeladen werden.

Einigung in schwierigen Zeiten

Fotos: ver.di

Nach intensiven und kraftzehrenden Verhandlungen für das private Versicherungsgewerbe konnte sich die ver.di-Verhandlungskommission mit dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen (AGV) in der Nacht zum Samstag, den 02. April 2022, gegen 2.30 Uhr auf ein Tarifergebnis verständigen.

Der Einigung waren massive Streiks in zahlreichen Versicherungsunternehmen vorausgegangen.

Das Ergebnis im Überblick

  • Gehaltserhöhung in zwei Schritten
    3,0 Prozent zum 01.09.2022, weitere
    2,0 Prozent zum 01.09.2023
  • Einmalzahlungen
    550 Euro im Mai 2022
    500 Euro im Mai 2023
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütung in zwei Schritten
    50 Euro mehr zum 01.09.2022, weitere
    50 Euro zum 01.09.2023
  • Einmalzahlungen für Auszubildende
    300 Euro im Mai 2022
    250 Euro im Mai 2023
  • Bezahlung von Überstunden in Teilzeit
    Ab dem 01.10.2022 bekommen Teilzeitbeschäftigte Überstundenzuschläge beim Überschreiten der individuell vereinbarten Regelarbeitszeit.
  • Rückkehrrecht zur Vollzeit
    Vereinbart wurde eine Verhandlungsverpflichtung zur Regelung eines Rückkehrrechts von Teilzeit auf Vollzeit (wenn die gesetzlichen Brückenteilzeitregelungen nicht greifen).
  • Übernahme von Auszubildenden
    Vor dem 30.06.2022 muss eine Vereinbarung zur Übernahme der Auszubildenden erzielt werden.
  • Laufzeit
    26 Monate (01.02.2022 bis 31.03.2024)
  • Die Tarifvereinbarungen zu Altersteilzeit und Arbeitszeitkorridor sind verlängert worden.

Unser Fazit

Dieses Ergebnis ist ein Abschluss im Rahmen der gewerkschaftlichen Möglichkeiten in diesen schwierigen Zeiten. Und es ist Ausdruck der aktuellen Machtverhältnisse in der Tariflandschaft Versicherungen.

Die Tarifverhandlungen wurden deutlich erschwert durch die aktuelle Entwicklung der Verbraucherpreise. Wir wollten diese Belastung durch die Arbeitgeberseite abgemildert haben.

„Als Verhandlungsführerin ist für mich unverständlich, dass die Versicherungsunternehmen ihre Beschäftigten mit den ökonomischen Folgen der derzeitigen Krise alleine lassen. Die Geschäftsergebnisse hätten ein wertschätzenderes Ergebnis zugelassen!“

Martina Grundler, ver.di-Verhandlungsführerin

Der finanzielle Ausgleich von Überstunden für Teilzeitbeschäftigte ist ein gutes Ergebnis, das in der deutschen Tariflandschaft Alleinstellungscharakter hat. Diese Regelung ist ein wichtiger Schritt zu mehr Gleichbehandlung von Teilzeitbeschäftigten in der Branche.

Abwehren konnten wir außerdem die Arbeitgeberforderungen zu Veränderungen im Manteltarifvertrag aus den letzten beiden Verhandlungen: Es wird keine erzwingbare Betriebsvereinbarung zur Samstagsarbeit geben und auch keine Herausnahme der ÜT-Beschäftigten aus der Arbeitszeiterfassung!

Für einen guten Tarifabschluss braucht es Druck und Bewegung in den Unternehmen. Deswegen danken wir allen Kolleginnen und Kollegen, die uns auf der Straße und im Homeoffice unterstützt haben!

Unsere Streiks und Aktionen zur dritten Verhandlung

Am 31. März und am 01. April 2022 fanden bundesweit Streiks und Aktionen statt. 

Am 31.03. wurden diese Aktionen live und in Farbe aus Berlin, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart und Wiesbaden ins Internet übertragen. Wer sich gerne alles noch einmal anschauen möchte, kann das hier tun: Das war der bundesweite Videoaktionstag am 31. März 2022

Am 01.04. fanden die Streiks vor allem in NRW statt. Protestiert wurde vor dem Ort der Verhandlungen, am Provinzialplatz in Düsseldorf. Eine Aufzeichnung der Sendung gibt es hier: Protest vor dem Austragungsort der dritten Verhandlungsrunde

Aktiv bleiben!

Ob es in künftigen Verhandlungen weitere Zugeständnisse der Arbeitgeberseite gibt, kommt auf Sie an: Werden Sie Mitglied und unterstützen Sie aktiv unsere gemeinsamen Forderungen! Sprechen Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen darüber! Stärken Sie uns den Rücken und organisieren Sie sich mit den vielen tausenden Kolleginnen und Kollegen in Ihrer Gewerkschaft ver.di!

Diese Tarifinfo gibt es hier auch als praktisches PDF zum Herunterladen und Verteilen.